Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1869
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 82)
- Language
- German
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80 Έγ mag mir die Seele nehmen, der sie mir gegeben hat, nicht aber darf ich mich selber tödten." Der Verfasser des II MB., der auf demselben streng gesetzlichen Standpunkte steht, will von der Märtyrerin nicht berichten, dass sie aus irgend welchem Grunde einen Selbstmord begangen habe, und unterdrückt darum die Nachricht Jasons durch das zweideutige Wort: η μήτηρ ετελεντησεν. Ps. Josephus erzählt, was er fand, weil er von ihrem Tode berichten musste und eine Lüge nicht berichten wollte. Aber offenbar thut er das nur widerwillig. Das beweist die Angabe, dass es bloss feinige der Lanzenträger berichtet hätten, die Entschuldigung, dass sie es gethan, c damit Niemand ihren Leib berühre" und die Uebergehung dieses sonst so wirksamen Motivs in der voraufgehenden und nachfolgenden überschwänglichen Lobpreisung ihres Heldenmuthes. Hätte er die Worte des II MB. vor sich gehabt, rals letzte starb die Mutter", so würde er bei seiner gesetzestreuen Gesinnung nimmer diese unverfänglichen Worte zu einer Angabe umgearbeitet haben, die ebenso sehr von dem Heldenmuthe der Mutter wie γοη einer Verletzung des strengen Gesetzes.Kunde giebt. Die versuchte Plünderung des Tempels unter Seleukus enthält in der Schiderung des IV MB. eigentlich nur die Hauptumstände, die daher auch vom H MB. als dem ausführlicheren Auszuge mitgetheilt werden mussten. Sieht man sich aber die beiden Erzählungen genauer an, so finden sich im historischen Beiwerke doch zahlreiche Abweichungen und diese müssen uns hier gerade um so bedeutsamer erscheinen, wenn wir des Standpunkts nicht vergessen, von dem aus Ps. Josephus und der Verfasser des II MB. dies Ereigniss ansehen. Für das Π MB. ist die Erzählung von der versuchten Plünderung des Tempels unter Seleukus Philopator immerhin von Wichtigkeit, weil sie das Vorspiel der Entweihung desselben unter Antiochus Epiphanes bildet und dem Verfasser des H MB. für seine tlieokratische Auffassung der späteren Ereignisse eine unentbehrliche Handhabe giebt. Für Ps. Josephus ist jenes erste Ereigniss von geringer Bedeutung; denn es steht nicht eigentlich mit seinem Thema in Verbindung. Eine Erweiterung dieser Erzählung durch geschichtliche Thatsachen ist von ihm nicht zu erwarten. Die geringsten Zusätze, die sich im II MB. nicht finden, müssen da, wo sonst die Uebereinstimmung mit ihm und das Streben nach Kürze so deutlich hervortritt, wie in dieser Erzäh-