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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1869-01-01 · 1869 · p. Seite 73

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
Seite 73 (sequence 75)
Language
German
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7S Schon hei der oberflächlichsten Vergleichung der einander entsprechenden Stellen1) erledigt sich die erste Frage. Die oft wörtliche Gleichheit des Ausdrucks und die durch mehrere Sätze hindurchgehende Uebereinstimmung der Gedanken beweisen, dass ein viel innigeres Verhältniss zwischen beiden Büchern besteht, als dass man glauben dürfte, bloss der gemeinsame Stoff verbinde sie und das IV MB. habe seine Kenntniss der geschilderten Ereignisse caus halb verklungener Sage3 geschöpft.2) Ebenso entschieden ist die Annahme abzuweisen, das IV MB. habe dem Verfasser des II MB. Vorgelegen. Das II Μ B. ist nach der eigenen Angabe des Verfassers (2, 19 f.), an der zu zweifeln uns Nichts berechtigt, ein Auszug aus dem grossen, fünf Bücher umfassenden Werke des Jason von Kyrene. Unglaublich ist es, dass der Epitomator neben dieser eigentlichen Quelle, an deren Bearbeitung er schon so viel Schweiss und Mühe gewendet haben will (2, 26), noch eine andere Schrift benutzt haben sollte, und das, ohne ihrer trotz seiner Ruhmredigkeit zu gedenken und das, obgleich diese zweite Quelle so dürftig ist neben der Ueberfülle von Stoff, die, wie der Arme (2, 24) klagt, Jason ihm darbot. Somit haben wir nur noch zu entscheiden, ob Ps. Josephus das zweite Makkabäerbuch, oder dessen Quelle, Jason von Kyrene benutzt hat. Soll aber eine rechte Beantwortung dieser Frage möglich sein, so haben wir vor Allem eine gewisse Scheu davor zu überwinden, unsere Schrift zu einem Werke in das innigste Verhältniss zu setzen, von dem keine Zeile uns erhalten ist, dessen Verfasser bis auf die einmalige Erwähnung seines Namens im zweiten Makkabäerbuche (2, 23) gänzlich verschollen ist. Diese Scheu vor dem Unbekannten hat Nichts mit wirklichen Gründen gemein; nur wissenschaftlicher Kleinmuth könnte ihr den geringsten Einfluss auf sein Urtheil einräumen. Freilich haben fast Alle, die bisher über diesen Punkt ihr Urtheil ’) Man vergleiche II MB. 3, 1 — 37 mit IV MB. 275, 31 — 277, 12; II MB. £ 7—16 mit IV MB. 277, 12-24; II MB. 6, 18 f. mit IV MB. 278, 14 f.; II MB. 6· 21 f. mit IV MB. 281, 7 f. II MB. 6, 30 mit IV MB. 282, 1 f.; II MB. 7, 2 mit IV MB. 286, 12 f.; II MB. 7, 7 mit IV MB. 288, 5 f. Ueber den Text von IV MB. 275 31 ff. siehe Rote 15. 2) Gfrörer a. a. 0. p. 198. Ueber die Beziehungen zwischen II und IV MB. spricht er kein Wort.

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