Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1869
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 71)
- Language
- German
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69 unseren Leib", so können die Heldenbrtider einander zurufen (293, 9); denn ihre Seele ist unsterblich, Frömmigkeit rettet sie in ein ewiges Leben1) (295,-31). Der hohen Lehre Philo’s entsprechend, ist es die selige Gemeinsehaft mit Gott, die den frommen Seelen beschieden ist.2) Sie leben bei Gott (παρά &eio (286, 30) nach dem Willen Gottes χατά $sbv (295, 32) 3) und in einem kühnen, schon früher erklärten Bilde heisst es, dass sie am Throne Gottes stehen (301, 3)4) und ein glückliches, seliges Leben führen (295, 31). Dies glückselige Leben wird ihnen in Gemeinschaft mit denen zu Theil, die ihnen im Leben glichen und im Tode voraufgegangen sind. Dem Chore der Väter schaaren sie sich an, so heisst es 303, 6. (Vergl. 293, 14.) Der Ort dieses seligen Lebens ist der Himmel (300, 13). 'Du*, so redet der Verfasser hier die Mutter der Sieben an, ‘stehst jetzt mit ihnen im Himmel.1 Keine Kunst der Interpretation wird hier Grimm’s Erklärung einer Bekker’schen Conjectur annehmbar machen, *) Vergl. Sap. 1, 15. 3, 1 f. 3, 14. 5, 16 und vieles Andere. Philo 85, 1. 244, £6 und oft. 2) 95, 36 f. 264 , 5 f. 555, 5. 28 f. 643 , 34 und an unzähligen anderen Stellen. Diese Lehre geht zuletzt auf Platon (Theaet. 176 A f. Phaedon 82 B) zurück, wie das durch Philo 555, 32 klar erwiesen wird. Uebrigens bezeichnet Philo eine höhere Entwickelungsstufe dieser Lehre. Er erblickt in der Tugend selbst die Unsterblichkeit, im Laster die ewige;S träfe des Bösen. (s. leg. all. 1. Ende 554 , 20 f. Quaest. in Gen. II § 12. 23.) Daher beginnt die Unsterblichkeit im zeitlichen Leben, (s. 513, 5. 643, 34.) Hier mag auch an das schöne Wort Epikur’s erinnert sein (bei D. _L. X, 135) ουδεν γάρ εοιχε &νητω ζώω ζών άν&ρωπος εν άϋ'ανάτοις άγα&οΐς. Ein seliges'Schauen Gottes’ als Inhalt des zukünftigen Lebens lehrt auch der Talmud. Berach. 17 a: Tn der zukünftigen Welt giebt es nicht Essen, nicht Trinken, nicht Begattung, nicht praktische Thätigkeit, nicht Neid, nicht Hass, nicht Streit; sondern die Frommen sitzen, ihre Kronen auf dem Haupte und erfreuen sich des Glanzes der Gottheit’ Die 'künftige Welt’ ist aber hier und an vielen andern Orten 'die neue Erde’ naeh der Auferstehung der Todten. Vergl. noch die Ausdrücke 'das Antlitz göttlicher* Herrlichkeit schauen’ \3D rrtapö Sanh. 103 a) und 'zu Gottes Sitz Jemanden; führen’ (Π2"ρπ hw inSTID3 UTIN pD'JDO Bab. Bat. 98 a) für 'selig werden.’ 3) Philonea 103, 7 Tisch, το μεν ουν χατά &ε6ν ζην ίν τω αγαπάν αντδν ορίζε¬ ται Mmvorjs. 4) Vergl. Sabb. 152 b 'Die Seelen der Frommen werden unter dem Throne Gottes aufbewahrt.’