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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1869-01-01 · 1869 · p. Seite 67

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
Seite 67 (sequence 69)
Language
German
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67 Hinzufügung von unbedeutenden Nebenzügen, durch geringfügige Aenderungen des Schriftwortes gewinnt der Verfasser eine Uebereinstimmung zwischen Denken und Glauben, welche als die einzige Grund läge eines tugendhaften Lebens ihm erscheint. In allen diesen Punkten steht der Verfasser den Schrifterklärungen der Palästinenser näher als den Interpretationskünsten Philo1’s und seiner Genossen;') nur dass die Richtung seiner Gedanken natürlich eine viel freiere ist, als die nicht über, das Gesetz hinausstrebende Exegese Palästinas. Es bedarf keiner langen Ueberlegung, um zu erkennen, dass es dem nicht widerspricht, wenn Ps. Josephus behauptet, die uns erlaubten Speisen seien unsrer Natur angemessen (οϊχειω&ησόμενα ημών ταΐς ψυχαΐς 279, 28), wenn wir auch nicht errathen können, wie er bei jedem einzelnen Speisegesetze das sich gedacht habe.2 3) Ebenso wenig geht aus der verdorbenen Stelle (294, 25) ®) hervor, dass ihm die Siebenzahl eine höhere Heiligkeit habe, als die Bibel selbst ihr beilegt. Wenn aber Grimm4) behauptet, der Satz Ps. Josephus’, dass alle Weisheit auf dem jüdischen Gesetz beruhe, sei nur bei einer allegorischen Deutungsweise denkbar, so hat der Gang unserer Darstellung es mit sich gebracht, diese Behauptung schon im Voraus zu widerlegen. Die Predigt vom Heldentode der makkabäischen Blutzeugen würde ihren höchsten Zweck, die Zuhörer zu gleicher Opferfahigkeit zu entflammen, sicherlich verfehlt haben, wenn die furchtbare Tragödie mit dem Tode der Märtyrer ausgespielt hätte. Dem düsteren Gemälde fehlt aber nicht alles Licht. Schon die wiederholt von Ps. Josephus ausgesprochene Ueberzeugung, dass das Blut jener glaubensstarken Dulder die Sühne für das Vergehen des ganzen Volkes ge- 1) Gründliche Belehrung über diesen Gegensatz findet man in Frankel’s 'Ueber palästinische und alexandrinische Schriftforschung.5 Hier ist auch (vergl. Note 5)*. zum ersten Male der fruchtbare Gedanke ausgesprochen, dass der allegorische Commentar Philo’s 'aus öffentlich gehaltenen Vorträgen zusammengeflossen’ sei. 2) Auch ein Mann wie R’ Simeon, dem Nichts ferner lag, als die allegorisirende Methode Philo’s, zieht aus 'Deutungen der Gründe des Gesetzes’ praktische Con sequenzen (Sotah 8 a und oft). 3) S. Note 13. 4) A. a. 0. p. 305. o*

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