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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1869-01-01 · 1869 · p. Seite 58

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
Seite 58 (sequence 60)
Language
German
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58 satz zu den Epikureern, von denen manche die Freuden des Magens als Wurzel und Quell aller Lust ansehen,*) das veranlasst. Dem nach rednerischem Zierrath haschenden Prediger ist es aber auch zuzutrauen, dass er, vom Gleichklang der Worte παντοφαγ ία καί λαιμαργία xai μονοφαγία bestochen, andere Worte wie etwa ηδυπά&εια (273, 5) nicht hinzufügte, die diesen Schmuck ihm zu verunzieren schienen.* 2) Als seelische?ιάΝη werden Liebe3) und Feindschaft (273, 24. 30), und als dauernde 'bösartige Beschaffenheit5 (χαχοή&ης διά&εσις) 4) die Prahlerei, Habsucht, Ruhmsucht, Streitsucht und Klatschsucht (272, 7) angegeben, denen (274, 2) Herrschsucht und Hoffart hinzugefiigt wird. Die an erster Stelle aufgezählten sollen in der Lust ihre Quelle haben; damit ist das Glossem 33.’s απιστία ausgeschlossen, das Grimm als 'Perfidie3 in den Text hineinschmuggeln möchte. Dass απιστία aber diesen Sinn haben konnte, das soll erst noch bewiesen werden; es heisst nichts wie 'Unglaube' und der konnte von einem Abschreiber ebenso leicht hinzugefügt werden, wie unzählige ähnliche Glossemata.5) Mitten unter den πάϋ-η της ψυχής erscheint auch der Zornmuth (ΰυμός). Bedenkt man, dass er auch in den Systemen Platon’s und Aristoteles’ und ebenso oft bei Philo eine Mittelstellung zwischen den *) s. Athen. XII. 546 f. Plut. Non posse etc. 3. 2) s. oben S. 22. 3) Das Uebermass derselben muss ebenfalls . gebändigt werden. Vgl. hierzu Philo (II, 411, 6 f), der in seiner schwärmerischen Weise auch hier weit von dem nüchternen Prediger abstelit. 4) -/.αΥ.οή&ης διά&εβις soll nach Grimm (z. St.) mit Unrecht von Ps. Josephus ein πώίίος genannt worden sein. Er möchte sie lieber ein ·η&ος nennen. Vergl. dagegen Plut'. de curios. 6. επιχαιρεχαχίας βυνέχεται πά&ει, φ&όνον καί βαβχανίας άδελφω... άβφότερα δ’ ix πά&ονς ανήμερου χαϊ θηριώδους γεγενηται, της xaxo- η&είας. 5) Schwer verständlich ist für Jedermann, der den Zustand unsere Textes kennt, die Frage Grimms: ‘und wie sollte es (άπιοτία) hereingekommen sein, wenn es ursprünglich gefehlt hätte5? Als Antwort auf diese seltsame Frage weise ich auf die Varianten aus dem ersten Capitel hin: 270, 10. 15; 271, 18. 19 und auf φ&όνος, das sich in C D K in unserem Satze dicht neben άπιοτία «-befindet, dessen sich aber auch Grimm nicht angenommen hat. ßaexavia Neid (Grimm, Wahl) würde nicht hierher gehören, denn der Neid ist den Stoikern eine λνπη (D. L. VII, 111) und das mit Recht, ßaexavia ist hier Klatschsucht, mit der sich ja immer Schadenfreude (επιχοαρεχαχία) D. L. VII, 114) verbindet.

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