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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1869-01-01 · 1869 · p. Seite 56

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
Seite 56 (sequence 58)
Language
German
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56 Josephus folgen ‘dem Vergnügen Freude und der Unlust Schmerz* * (μετά δε την ηδονην (εΰτϊ) χαρά..μετά δε τον πόνον λύπη das..) Das widerspricht schnurstracks den Lehren der Stoiker, welche ηδονη und χαρά als Gegensätze fassen, die einander ausschliessen.*) Auf einen Augenblick könnte man daher die Lesart 'des schlechten cod. B. für die richtige halten, wonach λύπη und χαρά ihre Stellung getauscht haben. Hier lesen wir nämlich: μετά δε την ηδονην (εβτϊ) λύπη, μετά δέ τον πόνον χαρά. Damit würde dann ein zwar nicht stoischer, wohl aber platonischer Satz gewonnen sein. Es ist ja hinlänglich bekannt, dass nach Platon sinnliche Lust und Unlust wie aneinander gekettet sind und gegenseitig sich hervorrufen.a) Aber diese Lesart ist blosse Correctur des, zumal für mittelalterliche Leser schwer verständlichen Satzes, der seine gute Erklärung bei Epikur findet. Dieser oder seine Schule lehrt, dass aus sinnlichen Vergnügungen, geistige Freude, aus sinnlichen Schmerzen geistige Leiden durch Hoffnung oder Erinnerung hervorgehen; und wie die körperliche Lust ηδονη, so wird die geistige χαρά genannt.3) Mit dieser Lehre stimmt also wörtlich der 272, 2 ausgesprochene Gedanke überein. Ebenso wenig stoisch ist der Satz 272, 4: fZornmuth ist aus Lust cund Unlust gemischt und entsteht, wenn man erfährt, dass man eine ‘Unbill erlitten hat.* 4) Die Belege zu dieser Erklärung liefert Aristoteles, 5) dem zu Folge der Zorn aus einem Leiden hervorgeht, aber nicht ohne ein gewisses Gefühl der Freude verläuft. *) D. L. VH, 116: καί την μεν χαράν εναντίαν φααίν είναι τη ηδονη. Cic. Tusc. IV, 6, 13. η Phued. 60 Β. Phileb. 4Α Ef. Phädr. 258 E f. 8) D. L. X, 136. 137. Plut. Non posse etc. 3. Cic. de fin. 1, 17, 55. *) Ich lese: &νμός δε κοινόν πά%Ός εοτιν ηδονής τε και πόνον, εάν εννοηϋ-ή τις οτι αντω περιέπεαεν <αίβχννη.> In α ist in der That nach περιεπεβεν ein Absatz. Zu vergleichen ist für die Emendation Arist. Rhet. 1378, 32 f; b 24. Was Grimm hier sagt, wäre wohl besser ungeschrieben geblieben. &ρμός soll Gemüthsaufregung sein 'im Falle, dass einer sich zu Herzen genommen hat, was (Angenehmes oder Unangenehmes) ihm begegnet ist.5 Dass die Stelle verdorben ist, lehren die Handschriften. 5) Arist. Rhet. 1378 b 2f. E. N. 1126, 21 f.

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