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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1869-01-01 · 1869 · p. Seite 50

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
Seite 50 (sequence 52)
Language
German
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nehumngen (274, 19)l). Dem Geiste ist das Gesetz gegeben, das ihn leiten soll, d. h. im Geiste des Menschen wird die gereifte Vernunft zum Gesetze seines Handelns, zur Regel, wonach Recht und Unrecht sich bestimmt (274, 19 f.)2); und als Geist der Mässigung und Selbstbeherrschung (σώφρων νους) besiegt er alle Gemüthsbewegungen und Leidenschaften (272, 29. 274, 4. 9. 275, 24). Innerhalb des νους fällt der λογισμός, der (271, 21) definirt wird als cGeist, der mit rechter Ueberlegμng das Leben der Weisheit sich erwählt* (νους μετά3) όρ-Οον λόγου προτιμών τον της σοφίας βίον). Diese Definition bedarf einer Rechtfertigung. Ursprünglich bedeutet λογισμός ja nichts wie ‘Denkthätigkeit/ In diesem Sinne finden wir das Wort in der älteren Psychologie der Griechen.4) So gebrauchen es die Stoiker, bei denen es das gesammte Denkvermögen umspannt, und so erscheint es auch in unserer Schrift; λογισμοί sindrGedanken’ (278, 31. 280, 16. 294, 15); λογισμός bezeichnet auch wohl die schlechte Denkungsart (288,, 16); und vergleicht man 275, 21 mit 1) ηγεμόνα νουν διά των αίϋ&ηαητίων wird mit % zu lesen sein. Vergl. zu dieser Lehre Plut. de plac. ph. IV, 8, 1... αίοΟητήρια λέγεται πνεύματα νοερά κτλ. 58. stellt ohne Notli ηγεμόνα um, während doch dergleichen Hyperbata häufig sind. s. Kr. Gramm. (§ 50, 10, 2). 2) Nur diese Erklärung, die den Verfasser in Uebereinstimmung mit zahlreichen Lehren der Stoiker (S. Krische Forschungen p. 368 ff.) setzt, scheint dem Wortlaute und dem Zusammenhänge angemessen. Grimm (z. St.) bezieht hier νόμος auf das jüdische, Gesetz. Wenn hiergegen auch nicht das Fehlen des Artikels geltend gemacht werden kann (s. Winer Gr. p. 117), so entscheidet doch der Umstand, dass καί τουτω νόμον εδωκε zunächst vom ersten Menschen gesagt ist, der doch 'das Gesetz’ nicht empfangen hat. Die Lehre vom νόμος in Beziehung zur Stoa zu setzen, wird auch durch 290, 3 empfohlen. Denn ενάρετος (das.) ist ein stoischer Terminus, s. Phryn. p. 328 Lob. 3) Vergl. Aristot. Eth. Nik. 1144 b 26: ον γάρ μόνον η κατά τον όρ&όν λόγον άΐλ' η μετά τον όρ&ον λόγον έξις αρετή έΰτιν. Wenn Zeller όρ&ος λόγος ΙΗ2 491 mit 'richtiger Maassstab’ übersetzt, so habe ich keinen Grund dafür auffinden können. Im sechsten Bu6he der Ethik ist λόγος und όρ&ός λόγος eine Thät’igkeit des Subjects. Bei den Stoikern ist δρ&ός λόγος freilich, wie bekannt, die 'allgemeine Weltvernunft’ (D. L. VH, 88); aber auch der 'gerade Verstand,’ die 'rechte Ueberlegung’ im einzelnen Menschen. D. L. VII, 47. 54. Philo 397, 37. Cic. Tusc. IV, 15, 34. 4) Plato Meno 98 A αίτιας λογιομφ; Aristot. de an. Π, 4. 415 ,'■8... έλάχιΰτα λογιομόν καί διάνοιαν. Für den späteren Sprachgebrauch vergl. Plut. de superst. 3; de lat. viv. 5. Philo 57, 37; 218, 38; 232. 31; 280. 21; II, 163, 39 und über die Anwendung des Wortes in der Stoa s. Zeller IV2 182, 3.

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