Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1869
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 50)
- Language
- German
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48 Ebenso entschieden lautet 303, 6, wonach die Märtyrer heilige unsterbliche Seelen von Gott empfangen haben3 (ψνχάς άγνας xal αθανάτους άπειληφότες παρά τον -θεόν). Die eben angeführten Worte (274, 15 ff.) sind, wie auch die Vergleichung mit Philox) ergiebt, zunächst vom ersten Menschen zu verstehen. Auf welchem Wege aber gelangt die Seele zu dem nachgeborenen Geschlecht? Durch einen neuen Schöpfungsact Gottes? Oder indem die längst geschaffene Seele in. den Leib bei der Geburt einzieht? Aber dass unser Verfasser die Lehre der Creatianer oder der Präexistenzianer zur seinen gemacht habe, lässt sich durch Nichts erweisen. Einige Worte (293, 24 ff.) scheinen ihn vielmehr den Traducianern zu nähern. cIm‘Mutterleibe3 heisst es daselbst, cwerden die Brüder von demselben Blute genährt und διά της αντης ψυχής zur Keife gebracht.3 Selbst wenn ψυχή hier nichts anderes als cLebensprincip3 ist, umfasst es doch jedenfalls auch die Seele. Damit aber scheint erwiesen, dass dieselbe durch Fortpflanzung von der Mutter zum Kinde komme* 2). Aber diese Lehre ist doch in so farbloser Unbestimmtheit vorgetragen, dass man erkennt, wie wenig ihm dies Problem, welches die spätere christliche Welt so sehr beschäftigte, in seiner Schärfe zum Bewusstsein gelangt war. Alle Menschen sind aus denselben Elementen gebildet (ix των αυτών γεγονότας στοιχείων 292, 4)3) und denselben Eindrücken, Empfindungen und Gefühlen zugänglich (ομοιοπαθείς 292, 3)4), das προςαγορενόμενον νουν, ώ τον &εύν όψεΐται... καί ταΰταν ούχ υ θεός £ντι υ δωρού- μένος ά).λά τάς γενέβιος ούαία xal τάς αυτών ‘ψνχάς ά προαίρεΰις. Uebrigens Vgl. Philo 52, 37. 54, 23. und vieles Andere. x) Philo 32, 10 ff. u. sonst. Sap, 10, 1 ff. 2) Der Satz 293, 19 scheint Xenophon (Cyropäd. VII, 13) nachgebildet zu sein: ol δ’ από του αυτόν βπερματος φνντες ν.αϊ νπυ της αντης μητρος τραφεντες xal εν τη αυτή οίν,ία ανξη&έντες... πώς ου πάντων οντοι οίκειότατοι. Zu τελεσφορη&εντες (293, 25), vgl. Philo 11, 305,16 οντοι δε είσιν οϊ εν τη μήτρα... τελεοιονργονντες ν.τλ· Sonstige Ansichten über Geburt und Zeugung theilt Grimm zu Sap. p. 139 mit. Von den alten Kirchenlehrern spricht bekanntlich Tertullian de an. c. 19 am entschiedensten .seine traducianischen Anschauungen aus. Philo lehrt neben dem oben Mitgetheilten die Präexistenz der Seelen (331, 39. 416, 37. 506,4S. II 37^ 37), die unzweifelhaft auch Sap. 8, 19 bezeugt wird. 3) Vgl. Philo 279, 21. Plut. de plac. ph. V, 3, 5. II MB. 7, 22. 4) ομοιοπαθής, υμοιοπαθεΐν heisst 'in derselben Weise afficirt werden/ sei es von Empfindungen (Plut. Tim. 45 C. Plut. de adul. 33. S. E. adv. Μ. VII, 301);