Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1869
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 49)
- Language
- German
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47 Wenn in der Lehre von Gott nnd seinen Eigenschaften unsere Schrift nur schwache Spuren eines fremden Einflusses aufwies, so trägt der psychologische und ethische Gehalt derselben um so entschiedener das Gepräge, welches eine Vermischung biblischer und griechischer Anschauungen ihm aufdrücken musste. Aber diese Verbindung ist innig genug, um äusserlich wenigstens ein wohl abgerundetes Ganze zu zeigen; nur geringe Unebenheiten lassen die ungefüge Verschiedenheit der ursprünglichen Bestandtheile erkennen. Ps. Josephus scheidet den Menschen in Uebereinstimmung mit der Lehre der Bibel und vieler griechischen Philosophen nach Körper und Seele1) (271, 31. 272, 7. 9 und c. X, 4)2). Innerhalb der seelischen Thätigkeit müssen ein denkender und ein nicht denkender Theil unterschieden werden. Das geht mit Nothwendigkeit aus der Ansicht des Verfassers hervor, der zufolge es seelische πά&η giebt, die nicht ττά&η des Denkens sind (270, 14 f.). Das ist denn die erste Abweichung von der Lehre der Stoiker, denen alle πά&η in den Bereich des Denkvermögens fallen3). Welcher Grund Ps. Josephus zu dieser Abweichung veranlasst hat, ist später zu zeigen. Ueber den Ursprung der Seele urtheilt Ps. Josephus wieder ganz anders als seine philosophischen Meister, die Stoiker. Diesen ist die Seele ein Ausfluss, ein Stück der Gottheit als Theil jenes göttlichen Aethers, der das Weltall durchdringt. Unserem Verfasser dagegen ist die Seele ein Geschöpf Gottes darum, weil Gott ihm nicht eine innerhalb der Natur wirkende Kraft, sondern der persönliche Gott der Bibel ist. Alle ihre Eigenschaften und Fähigkeiten hat, wie schon oben erwähnt werden musste, Gott dem Menschen eingepflanzt, hat Affeete und sinnliche Anlagen ihm gegeben und den Geist über sie als Herrscher gesetzt (274, 15 ff.)4). *) Ueber die Gegensätze von ΰώμα und πνενμαΊ αίμα und ψυχ») s. Note 12. 2) Die Echtheit dieses in a und A enthaltenen Absatzes bezweifelt auch Grimm (z. St.) nicht. 3) D. L. VII, 111 Soy.sl δε αντοΐς τα πά&η ν.οίΰεις εΐναι. ib. 158. Pint, de plac. ph. IV, 21. De virt. mor. 3. ‘ 4) Vgl. Criton oder Damippus Pyth. bei Stob. ecl. II, 350 Mull, fragm. pM. II, 26 *0 γάρ &εog όντως ετεχνάβατο τον άνθρωπον... άρχάν γάρ αντω ενεφντενβε τοιανταν^ α τις και το δννατδν άμα περιέχει καί το προαιρετόν... καί διά τούτο άνα- Ό'ρέΰκοντα αντδν εποίηΰεν.. καί άοτρων(Mein.)νοατικδνγ.αϊοι{ηναντωένέφναετοιανταντδν