Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1869
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 46 (sequence 48)
- Language
- German
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46 unter die reinere Auffassung* der Bibel zu Audianern, der Muscliabbiha und dem Verfasser des in derber Vermenschlichung Gottes schwelgenden cMaass der Grösse3 (uölp lOT)1 2) werfen würde. In ähnlicher Weise wie die besprochenen Worte ist die Stelle ανατείνει τα ομματα προς τον -9-εόν (282, 2) zu erklären. Es besagt dasselbe, was unser 'zu Gott emporblicken0 2). Ist es somit nach Allem klar, wie nahe die theologischen Anschauungen Ps. Josephus0 denen der Bibel kommen, so wird niemand aus den oben erwähnten, zum Theil freilich unbiblischen Abstractis auf eine tiefgehende innere Verschiedenheit zwischen ihnen solidesten dürfen. Anders Gfrörer. Er missbraucht die Begriffe: ΰεία δίκη, πρόνοια und δύναμις zum Nachweise einer Uebereinstimmung Ps. Josephus7 mit 'alexandrinischen Lehren3 von einem 'verborgenen, der Welt entfremdeten Gotte/3). Seine Beweise sind so hinfällig, die Gegengründe, welche er selbst anerkennt4 *), so stark, dass man jeder ausführlichen Widerlegung entrathen kann. Nichts Bühmlicheres lässt sich von einer andern Bemerkung Gfrörers sagen, dass cdas Beiwort πάνσοφος (271, 17. 293,20) an die alexandrinische σοφία erinnere05). Als ob ein Mann, der in der Bibel unzählige Male von der Weisheit Gottes sprechen hörte, nicht von einer 'allweisen Vorsehung0 sprechen dürfte, ohne an 'die alexandrinische σοφία0 zu denken! Braucht man hier noch daran zu erinnern, dass unser Ps. Josephus Nichts mehr liebt als gerade solche mit παν zusammengesetzte Beiwörter6), und dass πάνσοφος ihm so wenig ein 'der göttlichen Vorsehung0 allein zukommendes Attribut ist, dass er es selbst dem Erzvater Jakob beilegt (274, 11)? Belege für diese abgeblasste und nichts weniger als eine Allheit einschlieSSende Bedeutung des πάνσοφος geben übrigens die Lexica in Fülle7). *) Ueber dieses unschöne Product einer wirren Zeit s. Graetz V, p. 281 ff. 2) Doch kann ich den Gedanken nicht unterdrücken , dass ΘΕΟΝ an3 dem ursprünglichen OVON corrumpirt sei. Vgl. 280, 27. II MB. 7, 28. 3) a. a. 0. p. 180 ff. ‘ 4) p. 188 ff. δ) Das. p. 182. 6) Grimm a. a. 0. p. 287. 7) Für den entsprechenden Phiionischen Gebrauch des Wortes verweise ich auf Stellen, wie 142, 7. 147, 29. 161, 5. 169, 42 u. andere.