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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1869-01-01 · 1869 · p. Seite 44

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
Seite 44 (sequence 46)
Language
German
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44 nur das Oute unmittelbar von Gott ausgeben lassen l), die andern, der biblischen Lehre folgend, auch das Böse von Gott herleiten, und zu diesen gehört auch unser Verfasser. Nach 289, 26 ist es Gott selbst, der die Frevler bestraft, und auch die πά&η, aus denen doch die Sünde herstammt, sind von ihm dem Menschen eingepflanzt (274, 17). Wendet man dagegen ein, dass auch Philo dergleichen allgemein gehaltene Sätze oft ausgesprochen hat, und daher fiir unseren Verfasser durch sie Nichts bewiesen werden könne, so ist doch die Annahme von Mittelwesen zurückzuweisen, so lange nicht für sie entscheidende Beweisstellen angeführt werden und diese sucht man in unserer Schrift vergebens. Aber, obgleich mit den Grundanschauungen des biblischen Judenthums verwachsen, ist Ps. Josephus’ Lehre von der Vorsehung und den göttlichen Eigenschaften doch durch das Medium der griechischen Philosophensprache hindurchgegangen und hier ein wenig von der ursprünglichen Richtung abgelenkt worden. Daher hier wie im Buche der Sapientia, in Josephus und selbst im II MB.3) die häufigen Abstracta &εία δίχη (277, 9. 23. 291, 32), πρόνοια (288, 1. 293, 21), δνναμίζ (279, 4). Im Uebrigeu aber stehen wir hier gänzlich auf altjüdischem Grund und Boden. Die göttliche Vorsehung, so lehrt Ps. Josephus, wacht über die Religion, den Tempel und das Volk, die seiner Verehrung dienen (276, 32 f. 277, 9. 279, 3. 288, 1. 292, 10 u. sonst). Gott hat Mitgefühl für uns (279, 27). Gott ist allweise (271, 17. 293, 20), allwissend, denn Cauch die Schweigenden höret erJ (xal των αιωπώντων αχουει ο ΰ-εος*)' 289, 22. Vgl. 282, 3). Gott ist ein gerechter Richter der Guten und Bösen; er straft den Tempelräuber (276, 32) und die Sünder gegen das Gesetz (277, 9. 23); er züchtigt den Sünder im Leben und nach dem Tode (288, 20. 289, 9. 26 u. sonst). Aber er ist ebenso milde gegen die frommen Dulder, denen er ein glückseliges Leben noch nach dem Tode schenkt (300, 9. 301, 6 u. sonst). Er erhört das Gebet des frommen Hohenpriesters um Begnadigung des Sünders (277, 10) und schickt seine Engel, um den Tempel zu schützen (276, 32). Diese letztere Anschauung, dass *) S. oben S. 38, 3. Ueber die Philonisehe Lehre s. Zeller V2 311. 2) Belege sind entbehrlich. 3) Jos. b. J. V, 9, 4. 50, 12 Bk. xal των οιγωμένων άχονει (p &εός).

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