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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1869-01-01 · 1869 · p. Seite 41

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
Seite 41 (sequence 43)
Language
German
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41 fast prophetischen Schwung seiner Sprache, durch die geheimnissvolle Tiefe seiner Mythen einen Zauber auf die jüdische Welt, von dessen gewaltiger Wirkung die Schriften Philo’s zeugen. Das stoische System aber fesselte auch die bibelgläubigen Juden durch die straffe Eichtling seiner Ethik, die aus der politischen Zerrissenheit und der moralischen Verkommenheit des nachalexandrinischen Hellenenthums in die Stille der Entsagung und der Selbstbetrachtung flüchtete. In der stoischen Ethik glaubte man bald genug den Boden gefunden zu haben, auf dem die ängstlichste religiöse Gewissenhaftigkeit der freien Speculation des fremden Volkes die Hand reichen dürfe1). Neben diesen Systemen nimmt freilich auch der Pythagoreismus, wie ihn jene Zeit verstand, einen äusserlich nicht unbeträchtlichen Raum ein; aber Grundlagen theologischer Systeme werden neu-pythagoreische Ideen bei den Juden doch erst viel später und durch fremde Vermittelung in der trüben Zeit des Mittelalters. Nicht viel stärker hat Aristoteles auf das phiionische System gewirkt. Es ist allein der noch immer zwischen Sein und Nichtsein schwankende Aristobul, den eigenes Geständniss2) und die Berichte der Kirchenväter3 4) als wirklichen Anhänger des Peripatos erkennen lassen. Schwerlich aber wird man auch Ps. Phokylides einen Peripatetiker nennen dürfen. In den drei Stellen, aus denen Bernays’ Scharfblick das Recht herleiten wollte, den jüdischen Gnomendichter ceinen im Aristoteles wohlbelesenen Juden34) zu nennen, hört man unschwer Anklänge an stoische oder an solche Lehren, die in jener Zeit als leichte Münze umlaufend5) nur eine gewisse höhere Bildung, nicht aber das Studium eines philosophischen Systems verrathen. Unser Ps. Josephus nun steht keiner der griechischen Philosophenschulen so nahe, wie der stoischen. In Kunstausdrücken und Anschauungen, in Definitionen und Divisionen zeigt sich eine oft wörtliche x) Aristobul bei Eus. pr. ec. XIII, 12. p. 666 D f. 'ff δε τον νόμον κατασκενη Ttäßci τον κα&’> ημάς περί εύσεβείας τέτακται και δικαιοσύνης και εγκράτειας και των λοιπών άγα&ών των κατ’ άλή&ειαν. Sapient. 8, 7: σωφροσύνην γαρ και φρόνησιν εκδιδάσκει, δικαιοσύνην και ανδρείαν. Vgl. noch Aristeasbrief ρ. 116 ff. Haverk. η Eus. pr. ev. VII, 14. 324 A. 3) Clem. Alex. Strom. V, 595 D. Sylb.; Eus. pr. ev. VIII, 9. 375 D und sonst. 4) Ueber das Phokyl. Gedicht ρ. XXXIV. 5) S. Note 11.

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