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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1869-01-01 · 1869 · p. Seite 40

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
Seite 40 (sequence 42)
Language
German
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40 , f suchs, die auseinanderstiebenden Richtungen unter die Formel Einer Schule zu zwingen. Diese Betrachtung war nothwendig, um uns vor dem Fehler Gfrörer’s zu bewahren*), einem Fehler, den der Charakter der Schrift ungemein zu begünstigen im Stande ist. Es ist ja schon an sich eine Operation von zweifelhaftem Erfolge, den Zusammenhang, in dem ein Schriftsteller seine Lehren vorgetragen hat, aufzulösen und in einem selbstgeschaffenen Granzen neu zu gliedern. Die Gefahr liegt nahe, dass hierbei mancher ursprüngliche Zug verwischt, manche Lücke durch Ungehöriges ergänzt und selbst das echte Gut des Schriftstellers durch falsche Stellung entwerthet werde. Wie weit gefährlicher muss diese Operation bei unserer Schrift sein, einer kleinen Predigt, die nicht eine systematische, abgerundete Darstellung theologischer Lehren sein will, sondern die, zum grossen Theile auf historische Thatsachen gestützte Ausführung eines philosophischen Satzes. Wohl lässt sich ziemlich klar aus Einzelheiten der theologische Standpunkt des \rerfassers bestimmen; aber welch bedeutende Lücken zeigen sich gerade an den Punkten, die ausgefüllt zu sehen uns ein hohes Interesse reizt; wie dürftig muss das System sein, das aus einigen abgerissenen Sätzen errichtet wird, und wie würde der Verfasser sich dagegen gesträubt haben, aus diesen seinen Gedankensplittern ein geschlossenes Lehrgebäude errichten zu helfen. Wenn wir aber um der Uebersichtlichkeit willen dieser Aufgabe uns nicht entziehen dürfen, wie nothwendig ist es daran zu denken, dass wir nicht das System des Verfassers, sondern nur seines Büchleins geben können. Nicht unserem Ps. Josephus sind daher die Unebenheiten anzurechnen, welche die nachfolgende Uebersicht aufweisen muss und die durch Combinationen wegzuschaffen ebenso unnütz wie gefährlich wäre. Zwei philosophische Systeme haben tiefer als alle anderen auf das Geistesleben der Juden eingewirkt: das platonische und das stoische. Platon übte durch die Hoheit seiner Gedanken, durch den -- ♦ *) Sie möge mir auch das Recht verschaffen, viele Irrthümer Gfrörer’s stillschweigend zu berichtigen. Die Begründung aller meiner von ihm abweichenden Ansichten würde den Umfang dieser Untersuchungen um das Doppelte anschwellen machen. Nur beispielsweise habe ich an einigen Stellen auf Gfrörer Rücksicht genommen. Auch die Polemik gegen Grimm’s viel nüchterner gehaltene Anmerkungen ist so viel wie möglich vermieden worden.

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