Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1869
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 37)
- Language
- German
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35 Predigt das Bürgerrecht verschaffthätte; endlich die ausdrückliche Bemerkung Ps. Josephus, cer werde sein Thema erörtern, so wie er es gewohnt sei zu tbun3 (271, 15). Von diesen Predigten war es die künstlerisch hei weitem bedeutendste, die den grössten christlichen Predigern als Muster Vorgelegen hat; die von ihnen in verhältnissmässig eben so ausgedehntem Maasse benutzt worden ist, wie die Schriften Philo’s von Origenes, Theodoret, Ambrosius und Anderen benutzt worden sind1). Es kann aber nicht bloss der geschichtliche und der philosophische Stoff gewesen sein, der von den christlichen Predigern verwerthet wurde, denn es war ja gerade die glänzende Form der alten jüdischen Predigt, welche zur Nachahmung reizte. Als wirkliche cLobredeJ (έγχώμιον) galt unseres Ps. Josephus’ rhetorisches Kunstwerk in der That dem Philostorgius2) und den unbekannten Schreibern zahlreicher Manuscripte 3). Auch sonstige Berührungspunkte fehlen nicht. Dass man die Rede am Schlüsse in die Erwähnung des göttlichen Namens auslaufen lässt und an diesen die Formel knüpft: ω ή δόξα εϊς τους αιώνας των αΙώνων. αμήν, das findet sich freilich schon im N. T.4) und in den verschiedensten Schriften des zweiten christlichen Jahrhunderts, aber nicht zufällig kann es sein, dass aus den zahlreichen doxologischen Formeln, welche in den kanonischen und apokryphen Büchern des A. und N. Testamentes uns begegnen, gerade diejenige die stehende Schlussformel in der christlichen Predigt wurde, die sich auch bei Ps. Josephus als eine längst gebräuchliche vorfindet5). Schwerlich Dass dies der 'Fall ist, lehrt ein Blick in die doch so ganz ungenügenden Noten Mangey’s und der naive Freudenruf Aucher’s Phil. Jud. Paralip. p. V: Fit eo pacto. ut quemadmodum quibusdam Philo erat alter Plato; ita nobis Ambrosius esi Philo Christianus. Res mira profecto, qmm laeta, sed mirabunda unicersa accipiet Europa. Aucher aber scheint bloss den Ambrosius zu kennen, sonst hätte er auch die oben verzeichneten Namen genannt. 2) hist. eccl. 1 c. 1 bei Phot.: τό μεν τοίγε τέταρτον νπό Ιωβψιον γεγράφ&αι ν,αι αυτός βννομολογών, ονχ ιβτορίαν μάλλον ή έγκώμιον είναι φ·ηβι, το περί τον 'Ελεάξαρον ν.αϊ τους επτά παϊδας τους Μακν.αβαίους δι,ηγονμενον. 3) Siehe oben S. 13, 2. / 4) Hebr. 13, 21. 5) Ueber den Absatz 302, 29—303, 7. s. Note 9. Doxologien an derselben Stelle, wo Ps. Josephus sie hat (271, 15), finden sich nur vereinzelt in ursprünglich hebräischen Vorträgen. So in den Scheeltot 1, p. 2a; 64, p. 20b; 121, p. 36a: 153, p. 43c; 165, p. 45a; 166, p. 45b; 170, p. 46b. Die volle Formel lautet: 3*