Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1869
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 31)
- Language
- German
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29 Übersetzer und der Apokryphen zu ihm kommt, wird wahrhaft erquickt durch die Thatsache, dass er hier doch einmal wieder einen redegewandten und verhältnissmässig correcten Stilisten vor sich hat·, und nicht ungern giebt man selbst jene Ausbrüche einer gezierten Declamation für die strenge Logik der Disposition, für die Fülle schöner und reiner Gedanken, für den zierlichen Periodenbau und den anderswo schwer vermissten Gehorsam gegen die Grundgesetze der griechischen Sprache1) hin. Es würde den Gang dieser Untersuchung in der störendsten Weise unterbrechen, wenn sie, weil ihr Vorwurf eine jüdisch-griechische Predigt ist, die Geschichte der Kanzelberedsamkeit bei den griechisch sprechenden Juden bis in die feineren Verzweigungen innerhalb der Patristik verfolgen wollte. Nur Einzelnes mag zum Schlüsse hier herausgehoben werden, das die Beziehungen unserer Rede zur christlichen Predigt einigermaassen aufzuhellen im Stande sein wird. Dass unsere Rede seit der frühesten Zeit des Mittelalters von Christen eifrig gelesen worden ist, geht aus den oben (S. 3) beigebrachten Citaten und den Noten 1 und 2 hervor. Aber nicht bloss Historiker und Lexicographen, sondern auch christliche Prediger haben sie gekannt, geschätzt und gar häufig benutzt. Gregorius von Nazianz in seiner 22ten Rede cauf die Makkabäer" empfiehlt sie seinen wissbegierigen Zuhörern zur Lectiire mit den Worten: ουτοι (sc. οι Μαχχαβαιοι) τίνες μέν οντες xal ο&εν xal εξ οίας ορμώμενοι το απαρχής αγωγής xal παιδενσεως... ή περί αυτών βίβλος δηλώσει τοις φιλομα&ούσι χαϊ φιλοπόνοις, η περί τον αύτο- χράτορα είναι %ών πα&ών τον λογισμόν φιλοσοφούσα, χαϊ χνριον της επ' αμφω ροπής, αρετήν τε φημϊ χαϊ χαχίαν. αλλοις τε γάρ ουχ ολί- γοις εχρήσατο μαρτνρίοις xal δη χαϊ τοις τούτων άΰ-λήμασιν2). Schwer zu begreifen ist es, dass Grimm die Gräcität des vierten mit der des zweiten und dritten Makkabäerbuches auf Eine Linie stellen möchte (p. 287) und dass selbst ein Valckenaer, wo er die bessern Vertreter des jüdischen Hellenismus aufzählt (diatr. de Arist. Jud. p. 17,46), für das zweite und dritte Makkabäerbuch mehr als Einen Lobspruch, kein Wort der Anerkennung aber für unsere Schrift übrig hat, deren er doch zweimal Erwähnung thut (das. p. 67, 11. p. 88). Von Valckenaer scheint Bemhardy abzuhängen (Gr. Lit.-Gesch. I3 502. 518), der unserer Schrift auch nicht einmal gedenkt. 2) opp. tom: 1. p. 898. C. ed. Par. 1630.