Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1869
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 30)
- Language
- German
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28 γοη Zusammensetzungen lind Neubildungen glänzen. So sucht auch Ps. Josephus mit Vorliebe nach poetischen und ungewöhnlichen Wörtern; er liebt Wortverbindungen wie επιχαρπολογέϊσ&αι (273, 20), αντιπολι- τενεΰ&αι (276, 6), άντιρρητορενειν (280,18), προςεπιχατατείνειν (287,21), έχσφονδυλίζεϋ&αι (290, 23), έννοσϋοποιεΐσ&αι (295, 17); und Grimm hat eine lange und doch noch unvollständige JEteihe von απαξ λεγάμενα (p. 287) aufzählen können1). Diese tadelnswerthe Wortbildnerei, dieses Prunken mit der Armuth, verbunden mit dem schon früher hervorgehobenen Schwulste der Darstellung, schliesst unsern Ps. Josephus von der Zahl der echten Künstler aus; aber wenn auch die Gesetze der Schönheit für alle Zeiten und für alle Menschen gelten, Entschuldigung verdient der Mann, der den falschen Strömungen der Zeit nur nicht entgegenzukämpfen den Muth hatte. Es war das erste nachchristliche Jahrhundert, — wir wollen mit den meisten Forschern diese Annahme im Voraus gelten lassen — in dem er lebte. Da war der volle Strom griechischer Kunst längst verrauscht und ein ängstliches Studium schöpfte nur noch spärliche Tropfen aus der Quelle, die so voll und rein über alle Gebiete der Kunst in der grossen Vorzeit sich ergossen hatte. Und — nehmen wir auch dies im Voraus an — es war eine gänzlich verbildete Umgebung, in der er lebte. Dir galt für schön, was uns als barbarische Putzsucht erscheint; sie kannte oder würdigte die Männer nicht, welche wie der Sicilianer Caecilius und sein Nebenbuhler Dionysius von Halikarnass eine Wiedergeburt der Beredsamkeit aus dem Schoosse des Alterthums erstrebt hatten. Aus dieser Zeit und dieser Umgebung nicht herausgetreter zu sein, die für ärmlich gehaltene Einfachheit des Originals nicht zui Schau gestellt zu haben, als alle Welt buntscheckige Kleidung trug, das ist der Vorwurf, der Ps. Josephus trifft, und das darf wenigstens nicht in der jede Rücksicht aussgr Acht lassenden Weise gezüchtigt werden, wie Grimm es (p. 287) für gut befindet. Unter den jüdischen Hellenisten aber giebt es mit Ausnahme Philo’s Keinen, der in sprachlicher Beziehung ihn überragte, Wenige, die ihn erreichten. Wer von dem schlechten Griechisch der Bibel- *) Es treten hinzu: άδελφοπρεπώς (289, 10); άλλοφνλεΐν (301, 32); £&νηδόν (274, 13); προςεπιχατατείνειν (287, 21) u. Α. Dafür scheiden Folgende aus: εμπυ- ριΰτης, μονοφαγίor, νπεραβπίοτρια, s. Steph dies. s. vv.