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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1869-01-01 · 1869 · p. Seite 21

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
Seite 21 (sequence 23)
Language
German
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21 und die strengen Dispositionen der Reden eines Demosthenes oder Cicero als Unnatur oder Künstelei verurtheilen. Nur darnach haben wir ein Recht zu fragen: hat der Prediger es verstanden, diese der griechischen Kunst entlehnten Formen durch eine angemessene Diction, durch Sprachrichtigkeit des Ausdrucks, durch einen würdigen Inhalt zu beleben? Diese Fragen entscheiden allein über den Kunstwerth der Rede. Es wäre nun ganz falsch, von der Diction im Allgemeinen zu sprechen, denn es ist keineswegs ein gleichmässiges Colorit über die ganze Rede ausgegossen. Die Farbe des Ausdrucks wechselt vielmehr mit dem Inhalte der einzelnen Theile. In einem würdigen, doch etwas selbstbewussten Tone, der den seiner Sache gewissen Mann kennzeichnet, sucht der Redner in der oben angeführten Einleitung die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer für den philosophisch und historisch bedeutenden Inhalt seiner Rede zu gewinnen. Eine Doxologie trennt die vollkommen schulgerechte Eintheilung von dem folgenden, dem philosophischen Theile der Rede (271, 18—275, 30). Dieser beginnt in kurzen Sätzen mit trockenen Definitionen, nüchternen Begriffstheilungen und scharfen Antithesen, die durch häufige gleich gebaute und gleich lange Sätze (272, lf. 3f. 15f.) noch stärker hervortreten. Die fast unangenehme Strenge dieser Partie ist dem abstracten Gegenstände nach dem Urtheile des grössten Kunstrichters, den die alte Welt gekannt hat, des Aristoteles, vollkommen angemessen *). Man höre Einzelnes aus diesem Theile der Rede. So 271, 18 ff.: Da wir nun untersuchen, ob die Vernunft über die Gemüthsbewegungen herrscht, lasst uns feststellen, was Vernunft ist und was Affect, und wie viele Arten der Affecte es giebt und ob Alle diese die Vernunft beherrscht. Vernunft nun ist der Geist, der mit richtiger Ueberlegung das Leben der Weisheit erwählt. ζητούμενου τοίννν τούτον, εϊ αντοχράτωρ εστ'ι των παθών 6 λογισμός, διαχρίνωμ.εν τί ποτέ εϋτι λογισμός και τί 5 πάθος,και πόσαι παθών ιδέαι, χαϊ ει ττάντων επικρατεί τού¬ των 6 λογισμός, λογισμός μόν δη τοίννν εστί νους μετά ορθον 1 ζητονμεν δη τοίννν. 3 καί, διαχρίνομεν. 5 πόσαι αί των παθών. 7 λογισμός μεν τοίννν. ι) Aristoteles Rhet. III, 9. 1410, 19. ηδεΐα δ εστϊν η τοιαντη λέξις, ότι τάναντίο, γνωριμώτατα καί παράλληλα μάλλον γνώριμα.

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