Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1869
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 20)
- Language
- German
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18 and ihrer Mutter nimmt nicht eine untergeordnete Stellung in der Rede ein, sondern füllt den grössten Theil derselben aus. Wohl klingt bei jedem Einschnitte das Thema aus der Erzählung wie ein Refrain wieder heraus (vgl. 282/ 22 ff. 292, 14 ff. 298, 6 ff.) , wohl ist in jener machtvollen Anrede an das Publikum, die oben angeführt worden ist, das Thema vollkommen zu seinem Rechte gelangt; aber überall erkennt man, dass die Geschichte der Makkabäer nicht bloss als concretes Beispiel für einen abstracten Satz verwendet wird, sondern in selbständiger Bedeutung dem Zuhörer entgegentritt*). Die Einheit des Ganzen ist äusserlich gewahrt; in Wirklichkeit aber sind zwei gleich schwer wiegende Stoffe neben einander gestellt und beanspruchen der eine durch seine philosophische, der andere durch seine nationale und religiöse Bedeutsamkeit ein gleiches Interesse. Die strenge Disposition selbst wird am besten durch nachfolgendes Schema veranschaulicht. Ich nehme in denselben der Kürze wegen die Kunstausdrücke der alten Techniker auf, die ja verständlich genug sind. Die eigentliche Behandlung des philosophischen Themas (S-sacg, quaestio inßniia) schliesst sich so enge den Regeln an, die Hermogenes* 2) und Aphthonius3) für die γνώμη und dis χρεία aufgestellt haben, dass ich mir eine Vergleichung nicht habe versagen dürfen, obgleich eine Entlehnung nicht anzunehmen ist. I. Exordium. X. pr'opositio4) und commendatio. a. der quaestio 270, 1—11. b. der laudatio 270, 17—27^, 13. 2. partitio5) und Doxologie 271, 14—17. *) Dies hat mit gewohnter Klarheit und Schärfe Ewald hervorgehoben (IV3 633 ff.). Nicht verdient aber hat Ps. Josephus den Vorwurf, 'dass er so ganz nach der verkehrten weise philosophischer schulen einen einzelnen satz über alles stelle und den gedanken vergöttere’ (Ewald das. 634). Wer einen philosophischen Satz für seinen religiösen Zweck so geschickt zu verwerthen weiss, wie unser Verfasser, der ist nicht jenen zungenfertigen Declamatoren zu vergleichen, deren grösster Ruhm es war, nach allen Regeln der Kunst leeres Stroh zu dreschen. 2) Rh. gr. Π. p. 5, 25 ff. 7, 12 ff. Sp. 3) das. 23, 20 ff. 25, 8 ff. 4) λαμβάνετοα δε η πρό&εΰις %αϊ εν άρχη Anon. bei Spengel rhet. Gr. I. p. 498. h) Die Verschmelzung der partitio mit der propositio findet sich auch sonst häufig genug, z. B. bei Cic. de leg. Man. II, 6.