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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1869-01-01 · 1869 · p. Seite 10

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
Seite 10 (sequence 12)
Language
German
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10 einem jüdisch-hellenistischen Publikum wahrscheinlich gegen Ende des ersten oder im Anfänge des zweiten Jahrhunderts gehalten worden shrd. Beide Beden haben mit den Homilien Philo’s keine Aehnlichkeit mehr. Text und Erklärung stehen nicht mehr unverbunden neben einander,, sondern sind, wie in einer strengen Predigt, innig in einander verwebt; die zweite Bede de Jona vermeidet sogar alle Citate bis auf drei .(§ 37. 44. 48). Sonst ist hier das Bibelwort frei umschrieben und häufig ganz fallen gelassen1). Die erste dieser Predigten enthält nach einem schulgerechten exordium § 2—4, das freilich durch ein vorgesetztes Stück aus einem spätem Theil der Bede (§ 1) unkenntlich geworden ist, die Geschichte Simsons von der wunderbaren Verkündigung seiner Geburt bis zu dem ersten feindlichen Zusammentreffen mit den Philistern. Häufige Betrachtungen religiös-moralischer Art unterbrechen die Erzählung, die sich durchgängig dem Texte der Bibel (Jud. XIII, 1 — XIV, 20 nach der Uebersetzung der LXX anscliliesst *). Mit § 45 bricht die Bede plötzlich ab. Unverkennbar war sie hiev unmittelbar vor der Schilderung der Grossthaten Simsons nicht zu Ende und als Beweis dessen ist uns ein Fragment aus dem letzten Theile erhalten, eben jener § 1, der jetzt an so ganz falschem Platze steht. Dies Stück enthält die rhetorische Paraphrase von Jud. XVI, 15—19 und nichts berechtigt uns anzunehmen, dass es zu dieser Bede nicht gehörte. Der letzte Theil war eben verloren gegangen; durch, irgend einen Zufall, etwa ein Citat bei einem Manne, den der darin auftretende invisibilis tonsor didbolus interessirte, ward es gerettet und vor den Anfang der Bede geschrieben, wo die Handschrift; noch etwas Platz bieten mochte. Höchst zweifelhaft ist es, ob die Bede in der That, wie der Titel besagt, sine praeparatione gehalten worden ist, vollkommen unbegreiflich *) Vgl. § 15. Jud. XIII, 17. Quid est tibi nomen Ti tu ovo {tu ooi. ib. v. 18. id autern mirabile est v.ul avzo ißzi &uv[iolgzov. Dagegen ist die Uebers. von Jud. 14,17 (§39) sepiem diebus convivti; von XIV, 15 (ib.) Blandire viro tuo ut decipias: von XIV, 6. (§27); von XlV, 15. (§42) und von XIII, 6. (§ 11) venit ad nos bloss aus dem Gedächtnisse citirt und daher ungenau. § 41 si enim non arassetis in vitida mea stimmt mit cod. Vat. gegen Alex. § 30 und 31 De comedente mit Alex, gegen Vat. Seltsam genug ist es, dass nach § 23 der Halbvers Jud. XIV, 4 jtal o iruzriQ — aXkocpvXmv gefehlt haben muss, vielleicht in Folge des Homoiotel. v.al — y.al. Ich citire nach der allgemeiner zugänglichen Richter’schen Ausgabe.

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