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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1869-01-01 · 1869 · p. Seite 9

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1869
Date
1869-01-01
Page
Seite 9 (sequence 11)
Language
German
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düng aufrecht erhalten; dass die Opferung Isaaks z. B. dort allegorisch gedeutet, hier als historisches Factum berichtet wird1). Die Allegorie war eben eine für die Homilie längst übliche Form, die hier fast unumschränkt herrschte , auf einem andern Literaturgebiete aber sich mit der historischen Erklärung gern verband2). Es lässt sich erwarten, dass bei der Menge der verschiedenartigen, religiösen Richtungen unter den hellenistischen Juden,. bei der fast unumschränkten Freiheit der Lehre nach Form und Inhalt in Allem, was nicht das Gesetz als solches, sondern die erbauliche Deutung der Schrift betraf, nicht alle religiösen Vorträge denen glichen, die Philo beschreibt und die er selbst gehalten hat. Diese Voraussetzung wird durch andere Berichte und noch erhaltene Muster jüdischer Kanzelberedsamkeit bestätigt. Die gottesdienstlichen Vorträge halten sich nicht in den Schranken der Homilie, der an den Text fest angeschlossenen, ohne logische Eintheilung, ohne bestimmtes Thema gegebenen Texteserklärung. Schon einzelne in den neutestamentlichen Schriften3) erwähnten, vor jüdischhellenischem Publikum gehaltenen, freien Vorträge zeigen, dass bald nach Philo oder in andern Gebieten des jüdischen Hellenismus eine freiere Form der gottesdienstlichen Vorträge auf kam, Anfänge wirklicher Predigten. Von grösseren jüdischen Reden der Art aber sind uns zwei und das kurze Fragment einer dritten in armenischer Uebersetzung griechischer Originale erhalten. Au eh er hat sie unter dem Titel Philonis sine praeparatione in Sampson oratio (p. 549 ff.) Philonis de Iona oratio (p. 578 ff.) und das Fragment einer zweiten Rede de Iona als Appendix (p. 612) den von ihm aufgefundenen, Ven. 1826 erschienenen echten Phiionischen Schriften angereiht, offenbar mit Unrecht. Denn trotz aller Uebereinstimmung im Einzelnen trägt doch kein einziges dieser Stücke den Stempel philonischen Geistes4). Mit Sicherheit aber darf von den zwei Reden behauptet werden, dass sie Predigten und dass sie vor 1) de migr. Abr. 457, 42 ff. de Abr. II, 25, 15 ff -) Die Rechtfertigung des hier Behaupteten giebt Note 5. 3) A. G. 13, 16 ff Vergl. 13, 5. 14, 1. 18, 4. und 7, 2., wo zwar keine eigentliche Predigt, aber doch eine Rede durchaus religiösen Inhaltes und zwar (vgl. de Wette’s und Meyer’s Comment. z. St.) in griech. Sprache gehalten worden sein soll. 4) Vgl. Ewald VI3 304 und früher schon Dähne (Stud. u. Krit. 1833. p. 988 ff.)

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