Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1869
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
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7 moralischen, philosophischen Inhalts*); sie standen auf dem Grunde der hei den Griechen zwar häufig angegriffenen, aber doch seit alter Zeit stark gepflegten allegorischen Deutungsweise, die hei den hellenistischen Juden das beliebteste Werkzeug ihrer religionsphilosophischen Speculationen war* 2). Kurz diese Yorträge werden bei den Zeitgenossen Philo’s im Allgemeinen so gewesen sein, wie die homilienartigen allegorisch-ethischen Schriften Philo’s3) wirklich sind; denn alle Anzeichen weisen darauf hin, dass diesen Schriften dergleichen Yorträge zu Grunde liegen. Zunächst müssen wir schon von vornherein von Philo erwarten, dass er öffentliche religiöse Yorträge gehalten habe, auch wenn kein bestimmtes Zeugniss dafür anzuführen wäre. Es ist kaum denkbar, dass ein Mann von dem Charakter der Begabung, der Gelehrsamkeit und der Stellung Philo’s, dass der hochgebildete, über seine Zeitgenossen weit hervorragende, der vielschreibende und für die Interessen seines Yolkes so thätige Philo, dass der schwärmerische Anhänger jener religiösen Lehren, die in den Gotteshäusern verkündet wurden, die ihm das hohe Ziel aller menschlichen Weisheit waren, dass ein solcher Mann eine Wirksamkeit sich sollte versagt haben, welche die „Weisesten und Aeltesten“ unter seinen Glaubensgenossen ausübten, die ihm selbst als heilige Pflicht erschien (s. 597, 35. II, 168, 6. II, 207, 24. II, 282, 20. II, 399, 5. II, 630. Quaest. in Gen. was längst erkannt ist, diese Erzählungen in vielen Punkten nur die Anschauungen der Erzähler wiederspiegeln. x) Philo H, 168, 8 ff. II, 197, 17. 38. II, 282, 8 ff. 2) Ueber die allegorische Methode der Vorträge verweise ich auf Philo II, 458, 21 ff. II, 475, 35 ff. Wenn er anführt, dass er allegor. Deutungen von Erklärern der heil. Schrift gehört habe 33, 81, 14. II, 293, 42 ff. so mag sich das zum grossen Theil auf diese allegor. Vorträge beziehen. Vgl. 673, 46. II, 15, 38. II, 63, 1. II, 211, 29. II, 329, 3. II, 645, 24. Unzweifelhaft wird es durch II, 81, 14 tu yuQ Xsyöpevu rolg uvuyiyvto6y.ofisvois usi avvvcpcavov. Hier tritt das von jenen Erklärern Vorgetragene {tu Uyouzva urspr. 'Gesagtes’ rvtlN bei den Palästinensern) dem Verlesenen (votg uvuyiyvatGY.oahoig) geradezu gegenüber. 3) Zu diesen rechne ich alle im ersten Bande der Mangey’schen Ausgabe enthaltenen Schriften nebst der von Au eher herausgegebenen de Beo. Die -AOGponoitu stelle ich aus den von Gfrürer (Gesch. des Urchrist. I2 S. 8 ff. 33. und in der Vorrede zur zweiten Aufl. dess. Werkes) entwickelten Gründen unter die zweite grosse Abtheilung von Phiionischen Schriften, die historisirend-ethischen. Die Dialoge, die quaestiones, die. Streitschriften und alles Uebrige kommt bei unserer Frage nicht in Betracht.