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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1868-01-01 · 1868 · page 95

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1868
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 95)
Language
German
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87 wurde man aufs Neue gespannt auf Dinge, die da kommen sollten. Die drei Gelehrten (Kabbalisten) hielten nach wie vor unverständliche Ansprachen, und es wollte mich endlich bedünken, als ob wir die Werkzeuge eines Gaukelspiels seien". Der ältere Bruder wollte sich endlich einmal Gewissheit verschaffen und hoffte aus Eva's Mund die Wahrheit zu vernehmen. Aber schon beim Eintreten empfing sie ihn mit den Worten: „Sie haben Böses im Sinne, warum verlassen sie ihren Posten?", als ob sie in seiner Seele gelesen hätte. Die Gauklerin hatte ohne Zweifel von ihren Hausspionen von des Jüngling's Stimmung Kunde. Anfangs imponirte ihm diese scheinbare Allwissenheit der schönen Zauberin, aber bald war seine Geduld zu Ende-, er entfernte sich mit seinem Bruder „aus diesem räthselhaftemKreise, ohne auf einHinderniss zu stossen". Die Disciplin war damals bereits gelockert. Die Geldquellen waren nämlich versiegt, und Eva machte Schulden, um den Glanz des Hofes fortzuführen 5 sie beliefen sich zuletzt auf drei Million Gulden. Leichtgläubige, die sie für eine Romano wna hielten, machten ihr Vorschüsse, und dazu gehörten auch die Verwandten des Herrn Schenck-Rinck mit bedeutendem Kapital. Die Geldquellen hörten Ende 1796 auf, gerade im Jahre, als die russiche Kaiserin Katharina starb, wie Schenck-Rinck richtig bemerkt1). Viele Schlossbewohner verliessen in Folge dessen den Hof, nahmen in Offenbach und Umgegend Arbeit oder kehrten in ihre Heimatli zurück. Diese Geldverlegenheit hiess in der Diebessprache dieser Genossenschaft: „die Schechinah ist in Noth, ihre Kinder müssen sie erlösen"2). Ihre Gläubiger vertröstete Ev'a täglich mit der Anwartschaft auf bedeutende Summen aus Russland. Aber ihre Hoffuung richtete sie nach einer anderen Seite. Sie Hess nämlich von ihren drei Kabbalisten gerade in dieser Zeit rothe Briefe an die jüdischen Gemeinden richten3) mit Drohungen in kabbalistischem Kauderwelsch, *) Schenk-Rinck S. 24. *) Zeitschrift „Achawa" S. 157. *) Fleckels, welcher die Einleitung zu seiner antifrankistischen Predigt Ende 1799 niederschrieb, bemerkte, dass seit zwei Jahren von Frankisten Sendschreiben an die Gemeinden adressirt wurden: * * □"'D'HyD tid 'H DJ/ hy CTD'1 ÜT\W HT nrrcn um "nrn nrry tea nmiD nni nn.iN in*?m.

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