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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1868-01-01 · 1868 · page 93

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1868
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 93)
Language
German
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85 Träume und Gesichte zu haben1). Für ihr nicht sehr keusches Verhalten liegen , wenn auch keine Thatsachen, doch einige Indicien vor. Einige Jahre nach Frank's Tode war jener Jüngling von sechszehn Jahren aus guter Familie (der schon angedeutete v. P.) von seinem sabbatianischen Vater nach Offenbach geschickt worden, um ihn der Militairpflieht, welche Joseph II. auch den Juden auflegte, zu entziehen. Er hatte einen Empfehlungsbrief an Wolf Eibeschütz (den Sohn des Oberrabbiners Jonathan Eibeschütz), welcher sich Baron nennen liess und in Dresden wohnte. Dieser, welcher von seinem Jünglingsalter an mit den Sabbatianern und Frankisten in Verbindung stand und in seiner Jugend eine ähnliche *) Fleckels Predigt p. 25b: mnD KV! im mpQlD ... "ptSHm m ruxnöri ypio nwai mow hnt . hkddj nyji mroa p&jdj?mmo *nd nN^J Qj£ Nlp IWH nN^nn hl. Es war dieselbe Art Androhung von Strafgerichten über die ungläubigen Juden, wie Frank sie in seinen Brandbriefen verkündete. Es ist nicht zu verkennen, dass hier unter der „B uhlerin" Eva gemeint ist. Ihr keusches Verhalten verdächtigt folgendes Moment. Es ist bereits angegeben, (o. S. 75), dass sie mit einem Fürsten Lubomirski verlobt gewesen sein soll. Bei F.'s Leichenbegängniss gingen seine drei Kinder rechts und ein Fürst M. L. (d. h. Marcin Lubomirski) links (s. Skimb. p. 36). Skimb. meint, die Stellein dem Rundschreiben seiner Söhne d. d. 1800 (w. S. 89): „Im Sohar heisst es: es wird ein Mann kommen (Adam) und eine Frau Eva genannt", sei eine Anspielung auf Eva's Verlobten Lubomirski (p. 38). — Nun erzählt Schenck-Rinck (S. 16) laut Traditionen seiner Verwandten, dass nicht lange nach Ankunft Frank's und seines Gefolges in Offenbach „eine Dame aus der nächsten Umgebung Eva's — man nannnte und begrüsste sie als russische Fürstin Lubomirska, deren Gemahl bald nach der Ankunft der Polacken wieder abreiste — in Wochen kam. Alt und Jung wurden, je zwei Frauen, in das Wochenzimmer gelassen, und die Wöchnerin reichte aus einer mit Goldstücken gefüllten Chatoulle jeder der Frauen ein reiches Geschenk". Wenn es vielleicht einen Fürsten Lubomirski in Frank's Gefolge gegeben haben mag, so war doch ganz entschieden eine russische Fürstin Lubomirska nicht darunter zu finden. So viel wissen wir aus den Quellen, dass dieses Gefolge lediglich aus Juden und Jüdinnen bestand. Drängt sich nicht hierbei die Verinuthung auf, dass die Jungfrau Eva selbst die hohe Wöchnerin Lubomirska gewesen sein könnte? Dass Frank seine Tochter mit einem Christen verlobt haben soll, ist schwer anzunehmen, da er vor der Mischehe gewarnt hat (o. S. 82). Wer war nun der mysteriöse, angeblich russische Fürst Lubomirski in Frank's Gefolge? Vielleicht sein Dolmetsch, der sogenannte moskowitische Oberstlieutenant Mo Ii w da? (s. o. S. 52).

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