Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 89)
- Language
- German
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81 Zewi und Frank gemeint. Eva's sehnsüchtig erwarteter Bräutigam sollte den Dritten im Bunde, die kabbalistische Dreieinigkeit der oberen drei Sephiroth Kether, Chochmah, Binah bilden. Auch die drei Greise, welche über Soharfolianten sassen, dem jungen v. P. und ein halbes Jahr darauf seinem jüngeren Bruder diesen Hokus-Pokus hersagten, kennen wir ganz gut. Es waren die beiden Brüder Schor-Wolowski und der dritte Dembowski früher Jerucham genannt1), welche einige Jahre später die jüdischen Gemeinden mit ihrem Blödsinn in kabbalistischem Kauderwelsch mit rother Schrift behelligten. Kehren wir zu Frank zurück. Esoterisch machte er noch immer den Mystagogen. Er trug einen rothen bis zu den Knien herabreichenden, mit Hermelin besetzten, seidenen Leibrock2). Nicht bloss er, sondern auch seine Leibwache kleidete sich in Roth und ritt röthliche Rosse3). Das Alles sollte seine Religion, die edomitische (Edom. hebr. roth), versinnbildlichen. — Frank's Unterthailen — denn endlich hatte er es dahin gebracht, solche zu haben — standen unter einem unerbittlichen Despotismus. Die inneren Geheimnisse verrathen oder entfliehen, war für die Mitglieder dieses eigenartigen Gemeinwesens fast unmöglich. Wer von seinen Husaren, Ulanen und anderem Tross nicht das Knie vor ihm beugte, wurde unbarmherzig bestraft. Ein Spionirstem war eingeführt, dass Einer den Anderen überwachen sollte. „Wenn Ihr beobachtet, dass Einer unter Euch schlecht spricht, so müsst Ihr ihn bestrafen, und wenn das nichts nützt, müsst Ihr Euch ganz von seinem Wege entfernen"4). Eine der Polinnen, welche aus dem Schlosse entfliehen wollte, wurde mit brutaler Gewaltthätigkeit wieder zurückgebracht5). Aber während die kleinstädtischen Offenbacher die Pracht und das Geheimniss von Frank's Hof anstaunten und ihrerseits von 1) Siehe oben S. 18 und weiter unten. 2) Schenck-Rinck S. 9. 3) Fleckels Predigt p. 17b: \wcb OttN BttA, WIN IttWO NU"1 (2j?JP) Nin 'hm am did hy □•an ntn dvw on^n p D^nn v»]n □:>. vergi. skimb. p. 31, dass seine Diener und sein militairiscb.es Gefolge roth und gelb gekleidet waren. 4) Nauka Franko, bei Skimb. p. 57. 9) Zeugniss des Gewährsmannes bei Schenck-Rinck S. 35. 6