Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 88)
- Language
- German
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80 Noth, sie wird von Edorn und Ismael gefangen gehalten, ihre Kinder müssen sie erlösen und darum ihre Noth mit ihr tragen. Sobald die rechte Verbindung der drei Sephiroth als Dreieinigkeit hergestellt ist, tritt die Erlösung ein. Zwei davon sind schon als Menschen erschienen, wir müssen den dritten erwarten. Heil demjenigen, welcher dazu auserwählt ist, mit Tip her et (Schönheit) sich zu einigen; von ihm wird der Welterlöser geboren. Du, diene und wache, damit du zu den Auserwählten gehörest""1). Hierauf erhielt ich einen Zettel, auf welchem die Tafel mit jenen zehn Namen abgebildet war. Dann wurde ich in die Wachtstube geführt, wo ich eine grosse Anzahl theils junger , theils älterer Leute militairisch eingekleidet und bewaffnet vorfand. Auch ich wurde so eingekleidet, erhielt Quartier und wurde am folgenden Tage einexcercirt." In dieser Erzählung des Erlebnisses eines biederen, glaubwürdigen Augenzeugen haben wir den Schlüssel zu Frank's Geheimnisskram. Kabbalistisches Gaukelspiel und militärisches Gepränge! Man nehme noch ein chemisches Laboratorium hinzu, womit Frank wahrscheinlich vor den Augen seiner unwissenden polnischen Genossenschaft Wunder that2). Den kabbalistischen Krimskrams verstehen wir recht gut. Die schöne Eva, obwohl bereits tief in den Dreissig, erwartete damals noch eine glänzende Partie. Sie, die incarnirte Sephirah Tiphereth (Schönheit), erwartete die Incarnation einer noch vermissten Sephirah, welche mit den beiden bereits in Menschengestalt Erschienenen die Dreieinigkeit bilden sollte. Von dieser Verbindung der Fleisch gewordenen Schönheit und dem erwarteten Unbekannten sollte der Welterlöser geboren werden. Unter den zwei erschienenen Sephiroth war wahrscheinlich Sabbatai *) Zeitschrift „Achawa" (o. S. 11) S. 157 fg. Ich besitze von meinem gelehrten Freunde Herrn S. Nissen ein mit Figuren bemaltes kabbalistisches Blatt, das wahrscheinlich von einem Frankisten stammt. Der Gottesname und die Sephiroth kommen auf demselben in verschiedenen Variationen und Verschlingungen vor. Die Hauptfiguren sind: halbnackte Frauenzimmer, eine Schäferin, Engel, der Teufel, ein Kreuz, ein Hirsch (Symbol Sabbatai' Zewi's), eine majestätisch gekleidete männliche Gestalt in einem rothen Gewände, wie überhaupt die rotherFarbe am meisten angewendet ist. 2) Schenck-Rinck S. 19."