Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 86)
- Language
- German
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78 welche politische Wechselfälle zwängen, sich im Verborgenen zu halten, mit einem Worte: er sei der vom Throne gestossene und für todt ausgegebene Peter III. von Russland. Das schöne Fräulein in seiner Umgebung sei nur sein Pflegekind und stamme aus kaiserlich russischem Blute: sie sei eine Romanowna, eine natürliche Tochter der Kaiserin Elisabeth von Russland. Auf dem reichen Silbergeschirr, das auf Frank's Tafel gebraucht wurde, war eine Krone mit den Buchstaben E. R. gravirt, was Eva Romanowna bedeuten sollte. Die sogenannte Pflegetochter — sie gab sich zu allen Schwindeleien ihres Vaters her und setzte das Geschäft nach dessen Tode fort — unterzeichnete ein Aktenstück mit dem Namen Eva Romanowna. Frank selbst gab dem Fürsten Isenburg, als diesem Bedenklickheiten wegen des geheimen Treibens dieser Genossenschaft aufstiegen, geradezu die Erklärung ab: die polnische Gräfin sei die Tochter der genannten Kaiserin, er und seine Söhne seien nur ihre Hüter1). So gut spielte er diese angenommene Rolle, dass nicht nur die Menge in und bei Offenbach an die hohe Abkunft der Familie glaubte, sondern auch der greise Fürst und der Grossvater des Herrn Schenck-Rinck, der durch seine Leichtgläubigkeit um eine bedeutende Summe geprellt wurde2). Frank brachte Anfangs nur einige Hundert Personen zu seinem Gefolge mit; nach und nach wuchs ihre Zahl auf 500 und 600 und stieg zuletzt auf 10003]. Junge Polen, Söhne seiner alten Anhänger, eilten nach Offenbach, um an dem Glänze des hohen Fürsten oder des podolischen Gottmenschen Theil zu nehmen. Auch aus Mähren und Böhmen kamen ältere und jüngere Sabbatianer zu ihm. Um sich bei der Bevölkerung beliebt zu machen oder auch aus einem edlen Herzenszuge, liess Frank oder seine Tochter wöchentlich den Armen der Gegend J) Von diesen Thatsachen muss man ausgehen, um hinter die Rolle zu kommen, welche die sog. gräfliche Polackenfamilie in Offenbach spielte. Dem anonymen Gewährsmann bei Schenck-Rinck verdanken wir die Nachrichten von diesen Thatsachen (p. 34 fg.). Das Gerücht von Frank's Identität mit Peter III. das. S. 5, 8, 23 hat ohne Zweifel Frank selbst durch seine Leute aussprengen lassen. Er wurde auch in einem mit einer Krone verzierten Sarge begraben; das. S. 21. 2) Das. S. 17. 3) Das. S. 11. '