Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 62)
- Language
- German
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54 die Katechumenen, sich ihm zu unterziehen1). Sie wussten recht gut, wie wenig Ernst es ihm mit seinem katholischen Bekenntniss war, und dass er "es nur als Mittel gebrauchte, theils um nicht als Ketzer Verfolgungen ausgesetzt zu sein und theils um materielle Güter zu erzielen. Er hatte gar das Verlangen gestellt, dass nur die von ihm Vorgeschlagenen zur Taufe zugelassen werden sollten, worauf Mikulski nicht eingehen mochte2). Solchergestalt haben etwa tausend?) FranMsten, die polnischen und die von auswärts in Prank's Begleitung gekommen waren, die Taufe genommen, aber in beispielloser Heuchelei. Frank selbst Hess nur den halben Taufakt an sich vollziehen (19. Sept. 1759); seine Taufpathen waren die Gräfin Brühl und ein hoher polnischer Adliger4); die nothwendige Ergänzung dazu wollte er erst in Warschau nachholen, um den König von Polen zum Taufpathen zu haben5). Diese Ehre bat er sich aus, um einen Vorzug vor seinen Anhängern zu haben und um sich mit dieser Auszeichnung erforderlichen Falles zu decken. Seine Schlauheit war auf Alles bedacht; wir werden weiter sehen, welchen Nutzen ihm diese königliche Pathenschaft gewährt hat. Zu diesem Zwecke trat er die Reise nach Warschau an. Einige seiner Leute schickte er voraus. Diese wurden auf der Durchreise durch Lublin von einigen fanatischen Juden mit Steinen empfangen; die Thäter mussten es schwer büssen. Sie wurden in Kerker geworfen und bestraft, mussten 1000 Mark Gerichtskosten und 2000 Mark an Frank zahlen6). *) Beil. S. VIII. 2) Bei Skimb. p. 21. 3) Wie gross die Zähl der getauften Frankisten war, lässt sich nicht bestimmt angeben. Vergl. ob. S. 52 Anmerk. 2. Abraham Szorgrod schätzt sie über . 900 (bei Emden Iii p. 30a): (pjjns nrw) -ir©Jt!> tsw nwo j/ts>nD -inv rfonj njPD DDriN. Ein Schreiben aus Zamosc d. d. 1760 spricht von mehreren Hunderten in der Nähe dieser Stadt (vergl. weiter unten). Hingegen ist die Zahl 102 (bei Emden IV p. 87b) zu gering: fjnöl DHN rsAp ]prk •* * ]b® mHDS TVßTWiW. DHWN 2"p p\ •fitpy Ton riDil DUMN 2"p Onw. Diese Zahl beruht überhaupt auf einer Spielerei des Zahlenwortes Dp, vergl. /jruirp TVO p. 4b. 4) Bei Skimb. p. 22. 5) Der Zweifel bei Skimb. das. ist gelöst durch die Akten Beil. S. VI, VII, X. 6) Bei Skimb. p. 23.