Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 59)
- Language
- German
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51 schlagen1). Die Disputation, gewissermaassen der erbitterte Krieg zwischen der Kabbala und dem Talmud, begann am anberaumten Tage (16.-.Juli) in der Kathedrale unter dem Vorsitz des Bisthums- Verwesers und in Gegenwart vieler Geistlichen und Laien, Herren und Damen um theure Eintrittskarten. Die Anrede des Vorsitzenden und die Verlesung der von den Frankisten aufgestellten sieben Punkte bildeten den Anfang. Die ganze Verhandlung dauerte drei Tage (16., 23. und 30. Juli), konnte aber zu keinem Resultate führen. Die Betheiligten verstanden einander nicht. Die Juden, Talmudisten wie Contratalmudisten, verstanden weder polnisch, noch lateinisch, und. die polnischen Geistlichen waren im Hebräischen unwissend?). Daher mussten ihnen Dolmetscher beigegeben werden, was die Controverse nur noch schwerfälliger und langweiliger machte. Die Talmudisten sollen aber beschämt und verwirrt das Feld geräumt haben3). Nur einen einzigen Erfolg haben die Frankisten durch das Wortturnier in Lemberg erzielt, die Befriedigung ihres Rachegefühls an ihren Feinden. Die polnische Bevölkerung wurde argwöhnisch gegen die talmudischen Juden, als wenn sie thatsächlich Christenblut brauchten. In der Gegend von Przemysl fielen in Folge dessen fünf Juden als Märtyrer wegen Blutanklage4). Selbst der gegen die Frankisten eingenommene apostolische Nuntius Serra glaubte dadurch zum Theil an den Blutdurst der Juden5), obwohl der Papst kurz vorher die so oft erhobene Anschuldigung als eine Verleumdung gebrandmarkt hatte. Frank war bei der Disputation nicht zugegen; er liebte es, sich in der Entfernung und in mystischer Unnahbarkeit zu halten. Er hatte nur dazu einen seiner treuen Begleiter abgesandt, einen Mann J) Beil. S. III. . 2) So sagenhaft auch der Bericht des Abraham Szargrod bei Emden III ist, so hat er gerade den Ausgang der Disputation in Lemberg richtig charakterisirt: na^.ib'1 xbw dto.ini crDvnt^ty -hin pn, mmn pin w£> ^--iddoh wbrvh orron jra^ fe> *6 rro^n to> tm iyr *6 nwon rnaa-nta nx rfot vturw ^y.w nan ain v*. . . 3) Beil S. V. Skimb. p. 19. 4) Bei Emden I p. 82b, p. 86a, 87a. 5) Beil. S. V. 4*