Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 54)
- Language
- German
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46 5) dass ihnen gestattet werde, sich in Masse auf königlichen Gütern niederzulassen und auf ihre eigene Weise ihr Leben zu fristen. An den Erzbischof- Primas fügten sie einen neuen Wunsch hinzu und verdeutlichten einen schon im Gesuch an den König ausgesprochenen: 1) Dass er ein Religionsgespräch zwischen ihnen und ihren Gegnern veranstalten möge (das war ihr Lieblings wünsch). Als Motive dafür gaben sie an: damit ihre Gegner sie nicht verlästern könnten, sie (die Contratalmudisten) hätten nur aus Noth ihren Blick auf die Kirche gerichtet; ferner damit ihre heimlichen Gesinnungsgenossen, die sich aus Furcht vor Verfolgung versteckt hielten, sich gleich ihnen offen zum Katholicismus bekennen mögen, und endlich um ihren Gegnern, „den Gemüthsverhärteten und Lästerern, die Augen für die reine Lehre des wahren Gottes der heiligen Schrift zu öffnen". 2) Es möge ihnen gestattet sein, sich in Busk und Gliniany (zwischen Lemberg und Brody), in der Mitte rein christlicher Bevölkerung, niederzulassen. Sie würden dort auf eine ehrliche Weise ihr Brod verdienen und nicht wie die Talmudisten „die Trinksucht der Landbewohner befördern, das Blut der Christen aussaugen und mit doppelter Kreide aufschreiben"1). (Jedes Wort der Frankisten war ein Giftpfeil gegen ihre Antagonisten.) — Mit dieser Petition waren Jehuda (Leib) Krysa und Salomon Schor betraut, sie sollten diese Erklärung im Namen Aller abgeben. Aber auch dieser Schritt blieb ohne den von den Frankisten erwarteten Erfolg. Der König würdigte sie gär keiner Antwort (dahinter mag der Minister Brühl und sein Agent Baruch Jawan gesteckt haben). Der Erzbischof-Primas gab ihnen eine niederschlagende Antwort: er könne ihnen weiter nichts als das ewige Heil versprechen, welches denen gewiss sei, die sich zum Evangelium bekennen; wenn sie sich vollständig bekehrt haben würden, so würden die Edelleute und die Geistlichen nicht verfehlen, sie zu *) Das ist der Inhalt der beiden französischen Petitionen Beil. No. 2 S. XVII bis XXTTI.