Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 53)
- Language
- German
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45 finden, der ihnen die Hand reichen werde, ihre Feinde zu verfolgen und zu quäleu, ohne dass sie zum Empfange der Taufe gedrängt werden würden. Sie hatten sich aber in dem Charakter des Erzbischofes von Lemberg getäuscht. Lubienski liess sie gar nicht zur Audienz und sorgte nur dafür, ihr Gesuch drucken zulassen1), gewissermaassen um sie zu binden, ohne sich an ein Entgegenkommen gegen sie zu binden. So war dieser Schuss abgeprallt. Indessen trösteten sie sich mit dem Gedanken, Lubienski habe ihnen deswegen keine Aufmerksamkeit geschenkt, weil er gerade zur selben Zeit (3. März 1759) zum Erzbischof von Gnesen und zum Primas des Reiches erhoben worden war und darum keine Müsse für sie gehabt haben mochte2). Es schmerzte sie zu sehr, mit einem Gesuche abgewiesen worden zu sein, auf dessen Wirkung sie so fest gerechnet hatten. In Wahrheit war dieser Kirchenfürst ihrem Treiben durchaus abhold und wollte ihnen, wie sich weiter zeigen wird, keinerlei Vorschub leisten. Indessen, da sie keinen anderen Ausweg aus ihrer verzweifelten Lage vor Augen hatten, als durch heuchlerisches Anschmiegen an die katholische Kirche, machten sie einen neuen Versuch. Sie richteten (16. Mai 1759) eine neue Bittschrift zugleich an den König von Polen und nochmals an Lubienski, damals bereits Primas, worin sie schon deutlicher ihre Absicht zu erkennen gaben, zur katholischen Kirche überzutreten; nur knüpften sie Bedingungen daran. Von dem Könige wünschten sie: 1) Ein Dekret für Polen und Litthauen zu erlassen, dass sämmtliche heimliche Sabbatianer, ihre Gesinnungsgenossen, sich offen als solche bekennen dürften: 2) dass dieselben vor Verfolgungen geschützt seien; 3) und 4) dass ihnen ihre Weiher und Kinder (die ihnen von den Talmudisten mit Gewalt entrissen worden wären) zugeführt werden mögen, damit „sie freier seien, das Wort der Gerechtigkeit" aus ihrem Munde zu vernehmen, und endlich >) S. oben S. 8. 2) Beil. S. XX, 2.