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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1868-01-01 · 1868 · page 52

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1868
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 52)
Language
German
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IRI
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44 Tod zum Erzbischof von Lemberg ernannten Wratislaw Lubienski auf, um ihm ihr Leid zu klagen, ihre Geneigtheit, sich dem Katholicismus anzuschliessen, zu erkennen zu geben um ihre Wünsche zu formuliren. Mit dieser Bittschrift sandten sie sechs aus ihrer Mitte, von denen vier aus der Moldau und Walachei stammten, welche den Auftrag hatten, sie im Namen Aller, „der polnischen, ungarischen, türkischen, walachischen und moldauischen Israeliten", zu überreichen und mündliche Ergänzungen hinzuzufügen. Diese Supplik enthielt, womöglich, noch mehr Heuchelei als das Programm für den Bischof von Kamieniec. Nachdem sie in winselnd frommem Tone ihre bisherige Leidensgeschichte auseinandergesetzt, gelobten sie, in ihrem trinitarischen Glauben auszuharren und dem Oberhaupte der Kirche ihren Gehorsam zu beweisen. Sie betheuerten, dass nicht die Noth sie zu diesem Schritte gezwungen habe, sondern die innere Ueberzeugung. Den Hauptaccent legten sie aber auf den Punkt, dass „ihnen ein Feld eingeräumt werden möge, auf dem sie eine entscheidende Schlacht gegen die Feinde der Wahrheit schlagen könnten", d. h., dass abermals eine Religionsdisputation zwischen ihnen und den Talmudisten veranstaltet werden möge. Sie wollten dann aus den heiligen Büchern, d. h. aus Bibel und Sohar, die Wahrheit des Christenthums belegen und ihre Gegner des gottlosen Wandels und Unglaubens überführen, dass sie (die Talmudisten) „unschuldiges Christenblut noch schlimmer als die Heiden vergössen, danach gelüsteten und davon Gebrauch machten"1). Sehr schlau war die Bittschrift an den Erzbischof Lubienski angelegt. Sie sagte nur im Allgemeinen, dass sie die Wahrheit des Christenthums beweisen und dem Papst Gehorsam leisten wollten, ohne ihre Taufe als sicher in Aussicht zu stellen. Wie sich weiter zeigen wird, war ihnen, obwohl sie mit dem Judenthum völlig gebrochen hatten, die Taufe noch immer ein Gräuel. Eigentlich lag den Frankisten mehr daran, sich zu rehabilitiren und Rache an ihren Gegnern zu nehmen. In Lubienski glaubten sie einen zweiten Dembowski zu J) Das ist der Inhalt des oben S. 8 erwähnten in polnischer Sprache erschienenen Gesuches.

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