Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 50)
- Language
- German
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42 der wohlhabenden und für vogelfrei erklärten Frankisten. Einer ihrer Führer, der greise Elisa Schor aus Rohatyn, war der Verfolgung erlegen1). Die von dem plötzlichen Glückswechsel betäubten Frankisten entflohen über die Grenze nach dem nahegelegenen Ghocim (Bessarabien), das damals zur Türkei gehörte. Aber auch dort wurden sie hart verfolgt. Die dortigen Juden, von ihrem ketzerischen und verleumderischen Treiben unterrichtet, gaben dem Pascha und der Bevölkerung einen deutlichen Wink, dass diese Sektirer nicht mehr zu den Juden gehörten, folglich nicht mehr unter dem Schutze des Chacham Baschi stünden, und dass sich Niemand ihrer annehmen werde. Mehr brauchte es nicht für die beutelustigen Türken und Bessaraber, um die Fremdlinge vollends zu berauben und sie noch dazu zu misshandeln. So mussten die Frankisten in grossem Elend, halbnackt an der Grenze von Podolien und Bessarabien umherirren, jeden Augeublick eines tödtlichen Angriffes von Seiten ihrer jüdischen, katholischen und türkischen Feinde gewärtig. In ihrer Verzweiflung wendeten sie sich an den König von Polen um Hilfe und beriefen sich auf das ihnen von Dembowski ertheilte Privilegium, dass sie als trinitarisch-gläubige Israeliten geduldet und geschützt werden sollten. Darauf hin bestätigte der König jenes erzbisehöfliehe Dekret (11. Juni 1758) und gestattete ihnen, sich in Podolien und im ganzen Königreiche anzusiedeln. Darauf vertrauend, betraten die verhungerten und zerlumpten Frankisten wieder die polnische Grenze. Aber da der Adel und die Geistlichkeit gegen sie eingenommen waren, und ihre Gegner es nicht an Hetzereien gegen sie fehlen Hessen, so vermochte das Wort des schwächlichen Königs sie nicht zu schützen. Sie wurden abermals gemisshandelt2). — In dieser Noth suchten sie Frank als ihren Retter auf, der indess in Nikopolis und Giurgiewo ') Bei Emden das. p. 89 b: nVOO DPJD HDlu (pmD ))\trbx) F|*OD Iptrn '•di pro mw hm uw, noi nan. 2) Im Auszug aus dem Edikt des Königs bei Skimb. p. 16. Erwähnt wird es in dem spätem Gesuche der Frankisten Beil. S. XXIII, auch bei Emden I p. 85 b. Damit stimmt die Klage derselben: mais ce privilege ria pas iti respecte par nos confreres ennemis. Vergl. auch Beil. S. VI und XXV.