Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 43)
- Language
- German
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35 Dreieinigkeits- und Menschwerdungs - Dogma angreifen! Es war den Rabbinen well zu Muthe; auch fiel es ihnen überhaupt schwer, mit ihrer Mischsprache, die weder polnisch, noch deutsch, noch hebräisch war, zusammenhängend und klar zu sprechen. Die Verlegenheit der Rabbinen kannten die Frankisten recht gut, und eben desswegen drangen sie um so mehr auf die Disputation, um an ihren Feinden eine kitzelnde Schadenfreude zu haben. Sie arbeiteten zur Vorbereitung dazu ein Programm aus, das an Schlauheit, Verbissenheit und Heuchelei wenig Seitenstücke haben dürfte. Es enthielt acht oder neun Punkte, in einem widerlich mystisch - christelnden Style, zugleich eine Art Glaubensbekenntniss und eine Anklageschrift gegen die Talmudisten. Diese Punkte enthielten in nuce Folgendes: 1) Der wahre Israelite soll nicht bloss Gott lieben und verehren, sondern auch trachten, dessen innerstes Wesen zu erforschen und zu erkennen. 2) Die Thora und die Propheten, haben zwar den Zweck, das wahre Wesen Gottes zu offenbaren, aber sie sind so voll von Dunkelheiten und Mysterien, dass, um sie zu verstehen, ein tiefer Blick und eine Begnadigung von oben dazu gehöre. 3). Der Talmud will zwar auch Thora und Propheten auslegen, allein er sei voll von Abgeschmacktheit, Lügen und Widersinn gegen die Thora selbst. Er verpflichte seine Anhänger geradezu, Solche, die an Christus glauben, nicht bloss zu betrügen, sondern auch umzubringen1). Sie dagegen hätten eine andere Auslegungsquelle, den Sohar, der ihnen die Mysterien Gottes eröffne. 4) Sie, die Frankisten, glauben zwar an einen einzigen Gott und Weltschöpfer, der die Vorsehung über das Grösste und Kleinste ausdehne; aber 5) sie glauben auch, dass dieser Gott aus drei Personen (Parzufin TtQoöaTia) bestehe; darauf weisen eben die 3) Das frankistisclie Programm, ursprünglich polnisch und hebräisch verfasst, ist in hebräischer Fassung vorhanden bei Emden I von p. 31 bis 69, verbrämt mit Emdens Widerlegung. Es ist das in der Beilage (S. XXIV unten) bezeichnete: puncto, enim doctrinae nostrae . . . explicaiione Thalmudum dementia. Um dem Leser einen Begriff von der boshaften Verlogenheit der Frankisten zu geben, führe ich die Stelle gegen den Talmud an (p. 34): DH^HDl WH 'Hm y& nm m TlD^nn mm. imyür6 feui rnyi wü yöNön : vnys , -imo myta : "pa imiro «n 1:2 $>i3iD niw imtn myi tksq yüNDn : tfrvo , nrro n^n rctwy "«ü -ny * miD inoi "CTln? Tbl'. Bei Skimb. sind 9 Punkte aufgeführt p. 16, 17; bei Emden nur 8. 3*