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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1868-01-01 · 1868 · page 41

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1868
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 41)
Language
German
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33 ziehen. Ein Hauptraanöver der Frankisten war — und es scheint ihnen von ihrem Führer inspirirt worden zu sein — ihre Zahl zu vergrössern. Nicht Hunderte, sondern Hunderttausende unter den Juden, nicht nur in Polen, sondern tiberall in Europa und Asien theilten ihr Bekenntniss. Es mochte daher dem Bischof von Podolien als eine verlockende Aussicht erschienen sein, die Juden endlich vermittelst der Kabbala in den Schoss der Kirche eintreten zu sehen oder erforderlichen Falls hineinzuziehen. Er liess sich gern täuschen. Frank war heimlich in Kamieniec1), ohne Zweifel am Hofe des Bischofs, und gab den Aussagen seiner Anhänger vollen Nachdruck. Kaum aus dem Kerker befreit und rehabilitirt, verwandelten sich die Verfolgten sofort in Verfolger ihrer Gegner. Sie hatten keinen .anderen Gedanken, als an ihnen durchgreifende Rache zu nehmen und gegen den Talmud, sowie gegen die Talmudisten den Fanatismus der katholischen Geistlichkeit aufzustacheln. Auf Befehl ihres Meisters kamen die angesehensien Frankisten in Rohatyn zusammen und beriethen einen Plan, wie sie ihr Bekenntniss in's Licht setzen und ihre' Gegner verfolgen wollten2). Sie behaupteten fortan mit frecher Stirn: der Talmud lehre geradezu, es sei religiöse Pflicht der Juden, Christen umzubringen und deren Blut zu gebrauchen. Alles Gehässige, das im Talmud gegen heidnische Römer und Griechlinge — aus politischem Antagonismus, ein Nachhall der erbitterten Kämpfe gegen den römischen Despotismus — enthalten ist, das Alles sei auf die Christen gemünzt3). Die Blutanklage wegen Christenkindermordes, in Polen bis dahin eine äusserst J) Bei Skiinb. p. 7. 2) Bei Skimb. p. 13, 14. 3) Beil. S. XXVII: Thalmudus docet sanguine Christianorum egere, et qui credit in Thalmudum, tenetur eo indigere. Auch die polnische gedruckte Petition: „Wir wollen beweisen, dass sie (unsere Gegner, die Talmudisten) unschuldiges Christenblut in noch viel schlimmerer Weise als die Heiden vergiessen, danach gelüsten und davon Gebrauch machen". Bei Emden I Anfang: "iQ^Dini TlÖ^nn h]} 1T21 ddjid "o nfom d^dd nmy □'HDNjri niDipDO -no^nn mm byhz "»tMN DDin2 D\Dlti> DYTJ TTOU niDWn hy. Diese Relation ist enthalten in einem Schreiben des Synodalpräsidenten Abraham Koben von Samosc d. d. 3 Tebet 5517 26. Dec. 1756. In dieser Zeit, also etwa ein halbes Jahr nach der Entlarvung der Frankisten, traten sie bereits mit ihren Anklagen auf; vergl. oben S. 26 Note 4. 3

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