Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 39)
- Language
- German
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31 Die podolischen Frankisten waren in Folge ihrer Entlarvung in Laskorun und der Zeugenaussage in Satanow theils eingekerkert, tlieils flüchtig. Ihr Antagonismus gegen die Rabbinen, gegen die Vertreter des talmudischen Judenthums, steigerte sich durch die erlittene Verfolgung zu leidenschaftlichem Hasse. Da das Vergehen,, dessen sie von ihren Gegnern angeklagt waren, religiöser Natur war, so intercedirte der Bischof von Podolien oder Kamieniec Podolski Nikolaus von Dembowa Gora Dembowski und zog den Process vor sein Tribunal1). Schon wurde eine Art Inquisition gegen sie als angebliche Ketzer eingeleitet, als sie sich durch eine heuchlerische Erklärung aus der Schlinge zogen. Frank war der Urheber aller der bösen Rathschläge, welche Unheil über die Juden und auch über seine podolischen Anhänger heraufbeschworen, während er in Sicherheit und Behaglichkeit lebte. Er war nämlich voll von Rachgefühl gegen diejenigen, welche seine Pläne durchschauten und vereitelten und noch mehr, weil sie ihn in Gefahr brachten. Er hielt die Rache an den Feinden durchaus nicht für etwas Unmoralisches oder Verwerfliches, im Gegentheil für eine Tugend, welche die Bibel selbst empfehle2). Von seinem Asyl in Chocim (Bessarabien) aus, wohin er sich nach der Befreiung aus dem Kerker begeben hatte, liess er den gefangenen Anhängern zustecken, sie sollten der christlichen Behörde zweierlei erklären: dass sie an eine Dreieinigkeit glaubten, und dass sie den Talmud verwerfen, weil er voller Irrthümer und Blasphemien sei3). Da diese Schelmerei Anfangs bei den Gefangenen keinen Anklang fand, kam er mit einigen heimlichen Anhängern in einem Städtchen Kopyczyn (Galizien, nördlich von Czortkow) zusammen und rieth ihnen, dass sich zwanzig oder dreissig von ihnen in aller Eile zur Taufe melden sollten, um desto nachdrücklicher ihre Gegner denunciren und verfolgen zu können. Die Juden hatten aber von dieser geheimen Zusammenkunft Wind bekommen, rotteten sich zusammen und brachten Frank mit seinen Leuten in's Gefängniss4). Da den Frankisten kein anderer Ausweg J) Beil. S. VI, S. XXVI, gedruckte polnische Petition: o. S. 8. 2) Nauka F. p. 53 No. XVII. 3) Bei Skimb. p. 13. 4) Das. und Beil. S. XXIX: Contmsus vero in carcerem . . . Kopycin etc.