Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
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29 dass es wenig frankistische Frauen gegeben hat, d. h. solche, welche der frankistischen Mystik huldigten1). Der keusche Sinn der jüdischen Frauen mochte ihnen Ekel an der orgiastischen Verwilderung eingeflösst haben. Die polnischen Rabbinate, welche durch die Zeugenaussagen und Selbstanklagen einiger Frankisten von der Schädlichkeit dieser Sekte überzeugt waren, stellten ein unerbittliches Verfolgungssystem gegen sie an. Diejenigen, welche als Frankisten oder Sabbatianer erkannt waren und ihre Ketzerei nicht abschworen, wurden bei den weltlichen Tribunalen oder bei dem Woywoden von Podolien als arge Missethäter, welche göttliche und menschliche Gesetze zu übertreten für eine mystische Pflicht hielten, denuncirt und überliefert. Nächst der Anklage gegen die Frankisten bei den polnischen Behörden legten sie die Rabbinen und Gemeindevorstände, wie zu erwarten war, in den allerherbsten Bann, oder vielmehr sie schlössen sie aus der jüdischen Gemeinschaft vollständig aus. Zuerst wurde der Bann in Brody öffentlich in der Synagoge (20. Siwan 13. Juni) über alle Diejenigen verhängt, welche an den Pseudomessias Sabbafa'i Zewi, an dessen Propheten Nathan Ghazati und an Berachja glaubten und nicht Reue zeigten. Sie sollten weder zum Rabbinatsnoch zum Vorbeteramte, noch zu sonst irgend welcher religiösen Funktion zugelassen werden; ihre Ehefrauen und Töchter sollen als Prostituirte und ihre Kinder als im Ehebruch erzeugte Bastarde angesehen werden. Jeder Jude wurde ermahnt, die heimlichen Sabbatianer oder Frankisten anzugeben und ihre Unthaten aufzudecken. Dieser feierliche Bann wurde auch in den Gemeinden Lemberg, Luzk, Dubno und anderen Städten ausgesprochen und zuletzt von der officiellen Synode der Vier-Länder, die in *) Im Jahre 1845 hat ein Anonymus (Prof. Wessely in Prag) in der Zeitschrift für historische Theologie von Illgen und Ni'edner (Heft III S. 136 fg.) die begeisterte Homilie eines Frankisten abgedruckt über die Vortrefilichkeit der frankistischen Sekte. Sie ist einem voluminösen Manuscript entnommen, enthält aber sehr wenig Historisches. Interessant ist nur darin die Bemerkung, die der Verf. seinem Freunde schreibt: „Du bist so glücklich, eine Gläubige (ITJDND) zur Frau zu haben, was so selten unter uns ist" (das. S. 149).