Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
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28 auch zu , dass sie in Laskorun eine geheime Zusammenkunft hatten, und was ihr Liedersingen zu bedeuten hatte, wissen wir bereits und werden es noch mehr erfahren. Thatsache ist es, dass in Satanow (etwa 6 deutsche Meilen nördlich von Laskorun) ein Zeugenverhör vom Rabbinate über das Treiben der Frankisten aufgenommen wurde (13. Siwan =11. Juni 1756). Einige derselben klagten sich selbst der scheusslichsten Laster an und legten unter Zerknirschung und mit einem Thränenstrome Geständnisse ab, Andere sagten sie von namhaften Mitglieder dieser Sekte aus. Nach diesen in Form eines Protokolls gehaltenen Aussagen hätten die podolischen Sabbatianer nicht nur den Sabbat verletzt und verbotene Speisen mit einem gewissen wilden Trotz genossen, sondern auch Ehebruch und zwar mit ausdrücklicher Erlaubniss der Ehemänner getrieben. Einige klagten sich selbst und Andere des Incest an. Die ganze Familie Schor, der alte Elisa aus Rohatyn und seine Tochter Chaja wurden als Mittelpunkt des unzüchtigsten Wandels dargestellt, und dabei hiess es, dieses Treiben habe mit der Ankunft Frank's seinen Höhepunkt erreicht1). Dass die Mystik dabei eine Rolle spielte, folgt aus dem eben Auseinandergesetzten und wird im Zeugenverhör ausdrücklich hervorgehoben. Dieses hässliche, fast unglaubliche Factum von mystischen Orgien der Frankisten, von diesen straff geleugnet, von ihren Gegnern behauptet, wird durch den Umstand entschieden, dass viele Frauen der Frankisten, als sie durch das Zeugenverhör entlarvt waren, mit ihren Männern nicht mehr leben mochten und lieber die härteste Pein erduldeten, um nicht mehr zu ihnen zurückzukehren2). Daher mag es gekommen sein, *) Siehe das Zeugenverhör bei Emden I; daselbst heisst es öfter: die Unzüchtigkeiten hätten alles Maass überschritten, nachdem Frank in Podolien eingetroffen war: pJJTiD T\W2 TIN/'. So heisst es von dem alten Elisa: "jpin &>DN p:jr©n ntfa intb orte) m rui. *) Beil. S. XXIV: 'Loquuntur enim acta Gonsistorü Camenecensis Podoliae quo calumniarum genere accusati coram . . Nicoiao a Dembowo Gora Dembowski . . episcopo .... comparuimus . . . quibus non foedis criminationibus denigrati etc. Ebenso die gedruckte polnische Petition (o. S. 8.): „Unsere Gegner erhoben gegen uns . . ihre Hand und klagten uns unerhörter Vergehungen vor dem Kirchenstuhle des Bischofs Mikolai Dembowski an". Schreiben bei Emden I p. 4a: *")tM< DWT) crayinon dwvd tu rnpyia n:n D&y'i>y nrnnon dhd iitd; vergi. darüber weiter unten und bei Skimb. p. 11.