Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
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27 Ornamente, wie die Thorarollen, geschmückt gewesen und von den Tanzenden wiederholentlich in mystischer Andacht geküsst worden. Von dem Gesang und Geräusch herbeigelockt, wollen mehrere Zeugen durch eine Fensteröffnung diesen orgiastischen Gottesdienst wahrgenommen haben. Beim Versuch der Zuschauer, einzudringen, um diese seltsame Scene in näheren Augenschein zu nehmen, hätten sich die Frankisten eiligst zerstreut. Die Vorgänge bei der Ueberraschung sind natürlich den nahen und fernen Gemeinden bekannt gemacht worden1). Die Frankisten gaben über diesen Vorfall Folgendes zu Protokoll: In Laskorun habe an einem Jahrmarktstage einer ihrer Genossen, ein Gastwirth, für Frank mit noch zwanzig Personen heimlich einen Conventikel veranstaltet. Er habe das Eingangsthor zu seinem Hause verrammelt, damit Frank's Anwesenheit nicht verrathen würde. Dieser habe seinen Anhängern befohlen, ein Sohar-Lied laut zu singen. Dadurch seien heimische und fremde Juden, welche den Jahrmarkt besucht haben, herbeigelockt worden. Einige haben das Haus umringt und Andere beim Magistrat eine Anklage gegen Frank erhoben: dass er, ein Ausländer, die Juden zum mohammedanischen Glauben zu verführen und sie zur Auswanderung zu bewegen beabsichtigte, und dass er mit seinen angeworbenen Anhängern in fleischlicher Vermischung wie die Adamiten lebte. In Folge dessen sei der Bürgermeister mit den Polizeileuten eingeschritten, habe Thor und Thüren zum Gasthaus des frankistischen Wirthes eingeschlagen und die ganze Versammlung unter Hohn und Misshandlung von Seiten der Juden in's Gefängniss geführt, wobei Frank einen kostbaren Ring, eine Uhr und 80 Dukaten eingebüsst haben will. Er selbst musste auf Verwendung der anwesenden türkischen Fremden, als Türke, schon am andern Tage freigelassen werden. Die mitgefangenen podolischen Frankisten dagegen wurden auf Befehl des Bischofs Dembowski von Kamieniec Podolski, dem die Sache unterbreitet worden war — noch 14 Tage in Gewahrsam gehalten. Das war der erste Ausbruch der Animosität zwischen den Frankisten und ihren Gegnern, welche trübselige Folgen hatte. Die Frankisten gaben also l) Bei Emden I das. uud II.