Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2720904-2720929-2720930--0864-2722106- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
24 Person (der Schechina). Das mochte den podolischen Sabbatianern bekannt gewesen sein. Eine neue Offenbarung brachte ihnen Frank, dass er sich selbst als den Messias, als den durch Metempsychose wiedergeborenen Berachja (s. o. S. 14) und folglich als den auf Erden erschienenen Gottmenschen andeutete1). In den lauten Gebeten, die er noch immer im jüdischen Ritus mitmachte, fügte er bei der Nennung des Gottesnamens hinzu: „der Ewige, mein heiliger Vater". Diese Eröffnung machte er nur den Vertrauten, dem Vulgus gab er sich einfach als Gottgesandten aus. Er fand alsbald unter den sabbatianischen Kabbalisten, Phantasten, Müssiggängern, Armen und Schwindlern einen zuvorkommenden Glauben. Diesen hat er durch allerlei Blendwerk von Wunderthätigkeit bei ihnen erzielt und erhalten. Sie sahen oder glaubten zu sehen, wie ein Licht über seinem Haupte gleich einem Sterne erglänzte und sich ausbreitete. Das soll er, wie eine Erinnerung tradirt, durch eine Art Spiegel hervorgebracht haben. „Als einst Rabbi Mardochai zu mir sprach: Jakob, zeige deine Kraft! stieg ich auf eine Eichentreppe, und jeder Tritt meines Pantoffels war in Holz ausgedrückt", das erzählte er selbst. Auch die Zukunft verkündete er ihnen. Mit einem Worte, Frank Lebowicz trieb allerlei Schwindel und Betrügerei, um die x) Beil. S. XVI: Quest' uomo (Frenh) sia il novello Messia disceso in terra, vergl. Skimb. p. 7. Er sprach es geradezu aus: „mein Name ist Adonai" Navka F. p. 69. Ein anderes Mal sagte er: „es gäbe drei Götter und einen vierten Gott der Götter, von dem er gesandt sei. Er sei höher als Mose, Salomo und Christus.'* Das. p. 49 No. XV. Dazu der Bericht des Abraham Szargrod (bei Emden III): btasn riN bm1? nurw y>m:i \>w lDipo n^dd htm ü ynxrh (pjy~ß) Dironi JPmS hw T^lJ)^ pjyiD Xim. Berachja ist auch in der Navka Franka erwähnt p. 72 No. XXXVII. Hierher gehört auch das, was Niebuhr erzählt (a. a. 0. S. 19): „Auch ein Rabbi aus Polen ward zu Salonyk ein Anhänger des Barochia und breitete dessen Lehren nachher in seinem Vaterlande aus". Ohne dass er genannt ist, erkennt man in diesem „Rabbi von Polen" Frank.. Von ihm ist auch in einem Briefe von Karl Lessing an seinen Bruder die Rede. Bei Gelegenheit der Lavater'schen Herausforderung an Mendelssohn schrieb K. Lessing (d. d. Oct. 1769): „Moses wird Lavatern . . beweisen, dass die Schwärmereien eines polnischen Juden, welcher sich vor einigen Jahren für den Messias ausgab, ebenso zu rechtfertigen wären" (Lessing's Werke ed. Lachmann B. 13, S. 196). Es ist Schade, dass Mendelssohn diesen Beweiss schuldig geblieben ist, wir hätten daraus etwas über Frank erfahren können.