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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1868-01-01 · 1868 · page 31

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1868
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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23 gegen Eibeschütz gekämpft, auch mit gemeinen Mitteln agitirt, hier seine Anhänger und dort seine Gegner geschmäht, verketzert und verfolgt1). In Folge dieser leidenschaftlichen Spaltung regten sich die podolischen Sabbatianer von Neuem; sie glaubten oder mochten glauben, dass Eibeschütz ihr Gesinnungsgenosse sei, und sie sich an ihn würden anklammern können2). Auch Frank scheint diese Hoffnung gehegt zu haben, unter Eibeschütz' Parteigängern zahlreichen Anhang zu finden. Daher näherte er sich der polnischen Grenze, dem Landstrich Podolien (Nov. 17553), mit zwei sogenannten Rabbinen Mose und Nachman und einem intimen Diener Matth aeus (Mateusz), von dem er sagte, er sei für ihn dasselbe, was Nathan Ghazati für Sabbata'i Zewi gewesen ist4), d. h. sein prophetischer Inspirator. Ein Strassenräuber war sein Wegweiser. Sobald Frank in Podolien eintraf, und die Sabbatianer Kunde davon erhalten hatten — sie scheinen mit ihm vorher in irgend welcher Verbindung gestanden zu haben — luden sie ihn ein, ihre Wohnplätze zu besuchen, und er fing an Rundreisen zu machen5), um seine Theorie zu verbreiten, wenn man den blasphemirenden Blödsinn so nennen will. Was lehrte er? Allerdings eine Dreieinigkeit, aber nicht die christliche, sondern die sabbatianische, von den drei Personen in der Gottheit, dem heiligen Uralten, dem heiligen König oder dem vergöttlichten Messias und der weiblichen *) Siehe darüber Graetz, Geschichte der Juden B. X letztes Kapitel. 2) Mehrere Briefe aus Polen an Emden wiederholen, dass die podolischen Sabbatianer sich an Eibeschütz angeklammert haben (s. Emden I Anf.). 3) Beilage S. XXVIII: Cum ve.ro anno 1755 m. Novembri in Podoliam venit ex Titrcia Frank Lebowicz, sane peritus docirinae Cabbalisticae, rhisimus ad illum secrete quosdam etc. Ebenso bei Skimb. p. 6. „Er kam nach Podolien im Nov. 1755 als antitalmudistischer Jude". Wenn es in der Nauka Franko (das. p. 60 No. XXII) heisst: er sei im Jahre 1756 nach Polen gekommen, so liegt dem ein Missverständniss zu Grunde. In den frankistischen Erinnerungen wird stets das jüdische Jahr aera mundi gebraucht (vergl. weiter unten). Nov. 1755 entsprach dem jüdischen Jahr 5416, was, wenn man die Differenz der Jahresanfänge nicht beachtet, auch mit dem christlichen Jahr 1756 wiedergegeben werden kann. 4) Nauka F. das. p. 70, 71. 5) Beil. S. XXVIII: Hic . . obire coepit urbes et oppida propagando ubique hanc Cabalisticam doctrinam, Beim, scilicet esse unum in Trinitate. Bei Skimb. p. 7.

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