Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
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22 portugiesischen Juden in der Türkei. Er führte daher einen Dollmetscher mit sich1). Er war also nicht im Stande, durch geistige Mittel, Ueberzeugung, Sympathie oder auch nur durch sophistische Ueberredung zu wirken, sondern nur verarmte und verdummte Personen durch Geld und wunderthäterische Schwindeleien anzulocken. In der Wallachei, Moldau und in den angrenzenden ungarischen Landstrichen war aber kein Boden für die sabbatianische Propaganda. Es gab in den dortigen jüdischen Gemeinden nur Wenige von dieser Sekte. Wenn Frank mit sich einig war, vermöge der sabbatianischen Mystik eine Rolle zu spielen — und er hatte einen eisernen Willen, den einmal gefassten Plan mit allen Mitteln durchzuführen — so musste sein Blick von selbst auf Podolien fallen, wo, wie gesagt, in verschiedenen Gemeinden von Laskorun im Süden bis Lemberg und Brody im Norden und von Szargrod im Osten bis Nadworna im Westen, sabbatianische Ketzer ihr Wesen im Geheimen trieben. Eine tiefgehende Spaltung, welche gerade in dieser Zeit unter den Juden Polens ausgebrochen war, mochte Frank für seine A gitation günstig scheinen. JonathanEibeschütz, Oberrabbiner der drei Elb-Gemeinden, Altona-Hamburg - Wandsbeck, einer der scharfsinnigsten Talmudisten, aber befangenen Geistes, war von fast sämmtlichen deutschen Rabbinen der sabbatianischen Sektirerei in Folge einiger, von ihm ausgestellten Zauberzettel (Kamiot) beschuldigt worden. In Deutschland ohne nachhaltigen Anhang und beim König von Dänemark (als Herzog von Holstein) der Ketzerei angeklagt, suchte Eibeschütz in Polen Schutz, wo er Verwandte und viele Bewunderer seiner scharfsinnigen Lehrweise hatte. Aber auch seine Gegner hatten in Polen viele Anhänger. Die Frage, ob der Oberrabbiner von Altona ein sabbatianischer Ketzer sei — welche auch damals in christlichen Kreisen viel Aufsehen machte — hatte die polnischen Gemeinden in zwei Lager gespalten. In den Gemeinde-Versammlungen, Rabbinatssitzungen, auf Messplätzen und auch in den Versammlungen der sogenannten Generalsynoden der Vier-Länder wurde leidenschaftlich für und J) Bei Skirab. p. 10.