Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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13 Schäfereien will er besessen haben1). In Nikopolis heirathete er (1752) ein schönes Kind, ein Mädchen von vierzehn Jahren, Chaiia (Anna), Tochter eines gewissen Tobias2). Sie gebar ihm nach einander zwei Söhne, Joseph (um 1753) und Jakob (um 17553). So weit verlief sein Leben ausserordentlich prosaisch, ohne Spur von romantischem Schimmer. Erst durch die Beschäftigung mit der Mystik umgab er sich mit einem solchen Scheine. Er wurde nämlich in Salonichi mit den dortigen Sabbatianern bekannt und vertraut und liess sich in diese Sekte aufnehmen, weil, wie er sagte, er von Jugend auf für die Kabbala ebenso viel Sympathie, wie Antipathie gegen den Talmud hatte4). Die Salonicher Sabbatianer bildeten nämlich eine eigene Sekte, die man (nach Analogie von Juden Christen) Judentürken nennen könnte. Sie hatten sich eine eigene Theorie zurecht gelegt, die sie zwar in geheimnissvolles Dunkel hüllten, namentlich seitdem sie sich äusserlich zum Mohammedanismus bekannten, die aber dem Auge der historischen Forschung nicht verborgen geblieben ist. Der Mittelpunkt ihres Glaubens war die Messianität des Smyrnaer Pseudomessias Sabbatai Zewi, der sich 1666 als Erlöser geoffenbart hatte, Myriaden von Anhängern zählte, in der Stunde der Prüfung nicht 'bestaud, sondern Renegat wurde, aber nichtsdestoweniger unter Juden zähe, fanatische Gläubige behielt. Ihn betrachteten seine Anhänger, die Sabbatianer, nicht bloss als den wahren Erlöser, als den Seelenerlöser, sondern 1) Skiinb. das. p. 5. 2) Beilage S. VII (5): Unilbsi (Frank) in matrimonio con femmina dt Nicopoli; auch das. S. VIII. Bei Skimb. das. p. 5: ozenil sie w Nikopolis s . . . Annq (Ghana), corkq Tobiasza, Ebenso bei Emden das.: TTiN^ lh2 )D2 rp21tt '"1 * * IHN' □~N wrin njnn nyoh mpDiD nnv» ♦ tind inh n& nn\x nrrn am * nwsb pjjr® .□■ntM antycf? r&np nrvn m * * * n^utsa imx nnwy® vrw. Damit fallt das ganze Raisonnement Schenck-Rinck's über den Haufen, welches einzig und allein darauf gebaut ist: dass Frank nie verheirathet gewesen sei (S. 11): „dass keiner der Geschichtsschreiber einer Frau des alten von Frank erwähnt". Freilich seine Secundär-Quellen und auch die primären, Peter Beer und Jost, wussten davon nichts. 3) Bei Skimb. p. 35. 4) Das. p. 5; das. p. 71 sagt er von sich: „als ich jung war, wollten sie mich Rabbiner nennen, ich aber wollte nur Bucher Jankiew genannt sein".