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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1868-01-01 · 1868 · page 19

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1868
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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11 Auch das, was Herr Schenck-Rinck über Frank's letzte Lebensjahre in Offenbach thatsäehlich berichtet, hat historischen Werth. Sein Grossvater K . . . stand mit Frank in finanzieller Verbindung und hatte einen Blick in das Innere von Frank's Hof geworfen. Nur dürfen wir nicht die Folgerungen daraus ziehen, welche Schenck- Rinck daraus gezogen hat, sondern haben darin einen Beweis mehr von neuen Schwindeleien. In ganz jüngster Zeit hat Dr. Stein in Prag eine interessante Mittheilung über Frank's Hof gemacht (Zeitschrift Achwa Jg. 1868. S. 155 — 160). Sie stammt von einem noch lebenden, höchst achtbaren Greise (v. P. in PO, welcher in seiner Jugend von seinem Vater nach Offenbach geschickt wurde und in Frank's Haus nach dessen Tode anderthalb Jahr zugebracht hat. Scharfsichtig genug hat er schon in der Jugend das verkehrte Treiben der Frankisten erkannt und den Hof verlassen, ohne doch eine Ahnung von der bodenlosen Verworfenheit dieser Sekte zu haben. Nachdem die verschiedenartigen Quellen namhaft gemacht und ihr kritischer Werth festgestellt ist, können wir an die Charakteristik Frank's und seiner Agitation herantreten. Seine vorgeschichtliche Biographie ist für die Untersuchung nicht ganz gleichgiitig; daher muss auch ihr einige Aufmerksamkeit geschenkt werden. Der Name Frank öder Frenk war nicht sein ureigener, sondern er hat ihn von seinem Aufenthalte in der Türkei erhalten. Sein eigentlicher Name lautete Jankiew Lejb o wicz oder Lebowicz (d. h. Jakob, Sohn des Leib). Sein Vater soll Rabbiner gewesen sein. Sein Geburtsland war das südliche Galizien (entweder Korolowka oder Buczacz); sein Geburtsjahr wird verschieden angegeben 1712, 1723, 1727 *). Er umgab später in den Augen seiner Anhänger seine Geburt mit dem Nimbus des Wunders. Hexen hätten das Haus in dem'Augenblicke, als er das Licht der Welt erblickte, umgeben, die seine Grossmutter, welche sich auf Sternkunde (und wohl auch auf Exorcismus) verstanden habe, verscheucht hätte- Sie habe seinen Eltern eingeschärft: „Hütet dieses J) Beilage S. XXVIII: Venü ex Tureia Frank Lebowicz und andere Stellen; über Namen, Geburtsstadt und Geburtsjahr Skimborowicz a. a. 0. p. 4; p. 45 und 71, nennt er sieb. Jankiew nach polnischer Aussprache.

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