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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1868-01-01 · 1868 · page 10

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1868
Date
1868-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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2 Schwindeleien aktenmässig verzeichnet sind, wurde nämlich in der so sehr verbreiteten „Gartenlaube" im Jahre 1865 (No. 33, 34) unter dem Namen „Der heilige Herr" förmlich glorificirt. „Des Rabbi Vermächtniss", ein originell angelegter Roman von August Becker, verherrlicht Frank und seine Anhänger als Ideale gesinnungshoher Sittlichkeit, welche unter mysteriösen Formen und durch Geheimschriften in humanitärem Streben nur auf das Wohl der Menschheit bedacht seien und im Geheimen gewissermaassen die Vorsehung spielen. Eine monographische Schrift: „Die Polen in Offenbach" von Schenck-Rinck (Frankf. a. M. 1866) ist ebenfalls eine Apologie für Frank oder v. Frank, um auch den Schatten sektirerischer Geheimthuerei von ihm zu entfernen. Diese Schrift hüllt ihn und seine Umgebung, besonders seine Tochter Eva, in das Halbdunkel politischer Romantik. Herr Schenck-Rinck flüstert uns leise zu, wer Frank eigentlich gewesen sei, nichts weniger als der angeblich ermordete russische Kaiser Peter III. Das schöne Fräulein in seiner Umgebung, das, wie eine Fee, stets in golddurchwirkten Schleier gehüllt, die Armen in ihrer Nähe glücklich machte, sei eine russische Grossfürstin, eine Romanowna, wahrscheinlich eine natürliche Tochter der Kaiserin Elisabeth, gewesen. (Theilweise auch abgedruckt in der „Gartenlaube" 1866 S. 354 fg.) Aeltere feuilletonistische oder novellistische Illustrationen von Frank's Biographie giebt es mehrere. Die Schriftsteller der jüngsten Zeit, welche den verschollenen „heiligen Herrn" von Offenbach dem gegenwärtigem Geschlechte in romantischem Schimmer wieder in Erinnerung bringen, hatten keine Ahnung davon, dass diplomatisch beglaubigte Aktenstücke vorhanden und gedruckt sind, welche ihren mysteriösen Helden zum gemeinen Betrüger und Abenteurer stempeln, der, aller Sittlichkeit und Religiosität bar, die Maske aller Confessionen vorgenommen, eine eigene jüdische Sekte gestiftet und durch Spiegelfechterei von "Wunderthätigkeit Anhänger geworben hat. Diese Aktenstücke und einige authentische Schriften von seinen Zeitgenossen entlarven diesen angeblichen Tugendhelden vollständig und stellen ihn in der ganzen Blösse giftiger Bosheit und des cynischen Egoismus dar. Den Juden in Polen hat Jakob Frank zu seiner Zeit tiefe Wunden geschlagen. Er bildete endlich einen der letzten Ausläufer der kabbalistischen Verirrungen. Meine Aufgabe

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