Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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3 ist es daher, ihn im Folgenden seines romantischen Schmuckes zu entkleiden und ihn in seiner wahren und, wie sich zeigen wird, gewiss nicht anziehenden Gestalt zu zeigen. Frank gleicht nicht den Mystikern und Schwärmern, deren es in jeder Zeit und jeder Religionsform gegeben hat, welche einem Wahne nachhingen, einem Phantom nachjagten und in ihrer argen Selbsttäuschung wenigstens Mitleid erregen. Er war nur ein schlauer Egoist und beutete die Menschen und Situationen zu gewinnsüchtigem Zweck aus. Seine Akolyten, so weit wir sie kennen, waren seiner würdig. Hauptschuld an der, so zu sagen, noch in der Gegenwart fort dauernden Mystification Frank's trägt sein erster Biograph Peter Beer. In seiner Geschichte der religiösen Sekten der Juden (Brünn 1823 II S. 309 — 339) hat er diesen — nennen wir ihn vor der Hand Sektenhäuptling — auf ein hohes Piedestal gestellt. Seine Quellen gab P. Beer nicht an. Er wusste selbst nur wenig von ihm. Dieses Wenige entnahm er zum Theil aus Schriften von Jakob Emden, dann aus einem ihm vorgelegenen Sendschreiben und endlich aus einigen mündlichen Ueberlieferungen. P. Beer lebte nämlich in Prag, wo es noch zu seiner Zeit heimliche Frankisten gab, mit denen er verkehrte; von diesen hatte er Manches über ihren Häuptling erfahren. Peter Beer hatte aber auch eine Art Vorliebe für die Frankisten; daher ist seine Schilderung von Frank parteiisch und ziemlich rosenfarbig ausgefallen. In dieser Parteilichkeit lässt er einen Rabbiner ein ausserordentlich günstiges Zeugniss für die Frankisten ausstellen, während dieser (Eleasar Fleckels in Prag) in seinen Predigten gerade im Gegentheil ihren unkeuschen Wandel und ihre Heuchelei scharf gegeisselt hat. Wenn Fleckels in Predigtmanier von ihnen sagt: „sie sind zum Schein (und vor den Augen der Menschen) fromm, ohne Zorn, Hochmuth, Ehrgeiz1)", so stellt es Peter Beer so dar (das. S. 341): „Ja selbst ein sie eifrigst verfolgender Rabbi sagt von ihnen Folgendes: Unter ihnen ist weder Zorn, noch Stolz" etc. Diese unwahre Schilderung ging in die Biographien von Frank über. Peter Beer sagte ferner ]) Fleckels Predigt m rOPJN p. 5b: tfa'i pj£ OnDlNH ilfon ffj/tnn p uymsj □ •»nu ,nnN pmt? ,not2 ,[panD] apy5'). l*