Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1866
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 129)
- Language
- German
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127 (S. 83, Z. 326 ff.); wie hätte es ihm beigehen können, die Unterlassung einer Handlung, deren unbedingte Verwerflichkeit er lehrt, blos wegen guter Folgen für das menschliche Gemüth anzurathen? Porphyrios hingegen hatte kurz vorher (Z. 473), den Pythagoreern zu Liebe, von der theophrastischen Strenge nachgelassen und das Opfern der Thiere gestattet; er mochte es also passend finden, gleich hier als Gegengewicht die hauptsächlich von den jüngeren Pythagoreern betonte Rückwirkung von Thierschonung auf Menschenschonung anzuknüpfen, auf welche er noch an einer anderen Stelle seines Werkes *) mit Plutarch's Worten zurückkommt. Auch von diesem Zusatz darf man glauben, dass Porphyrios ihn ursprünglich an den Rand seiner theophrastischen Excerpte geschrieben hatte; seinem Copisten ist es zwar hier besser als in dem früheren Fall (S. 120) gelungen die richtige Stelle der Eintragung zu treffen; aber es ist dafür ein anderer bei Aufnahme von Marginalien in den Text häufiger Uebelstand eingetreten: die fremde Zuthat hat einen Theil des nächstfolgenden theophrastischen Abschnitts verdrängt. Denn dass vor ßiov (Z. 487) der Faden abreisst, muss jeder unbefangene Leser spüren; unter den Herausgebern hat es bereits Valentinus (s. Anm. 4) eingesehen; und trotz redlichen Bemühens wollte es nicht gelingen, die etwaigen hermeneutischen Auswege zu entdecken, durch welche sich die späteren ' Herausgeber der notwendigen Lückenbezeichnung überhoben glaubten. Neue theophrastische Gedanken sind uns jedoch schwerlich durch die Lücke entzogen worden; wenigstens zeigt der gerettete Theil des verstümmelten ersten Satzes (Z. 487—489) und die folgenden vollständigen, dass Theophrastos hier am Schluss seiner Erörterung nur ihre Hauptpunkte recapituliren wollte. Der Recapitu- Nachdruck, mit welchem zweimal hervorgehoben wird, dass an laöon" dem Getreideopfer cjeder einzelne Mensch (twv ävd-Qcanaav £xaatog Z. 488, navzccg Z. 497)1 sich betheiligen könne, beweist, wie ernstlich Theophrastos die schon oben (S. 74) hervorgetretene Absicht verfolgt, den Cultus zur Angelegenheit des Privatmannes zu machen. Wenn die Feldfrüchte einerseits für die grösste Wohlthat der Götter erklärt {Z. 489), andererseits die Götter nicht die alleinigen, sondern nur die 'Miturheber (avvaiuoi Z. 496)3 derselben genannt *) 143, 17 (= Pltäarch. de sollertia % p. 960a): oi Ilv&ayoQSioi rqv 7iqos t« dyQia TiQUotriTa (islhriv hitoirisavxo rov ydav&Qtbitov %ca. fpikoiY.xiQu.ovog.