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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1866-01-01 · 1866 · page 128

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1866
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 128)
Language
German
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126 Porphyrios (Z. 479): cAm besten wäre es nun wohl, wenn man cgleich von der Geburt an sieh der Fleischnahrung enthielte; da caber kein Mensch sündenfrei ist, so bleibt nur übrig, durch nachträgliches Verfahren im Wege der Sühnungen (Siä twv xaOaq^wvJ cdie früher begangenen Speisesünden zu heilen.3 Bald jedoch wird er inne, wie leicht eine so uneingeschränkte Anerkennung der Nothwendigkeit von Sühnungen seinen Gegnern die Rechtfertigung der herkömmlichen Sühnopfer machen und wie sehr sie seinem Streben, das Gebet an die Stelle der Opfer zu setzen (s. oben S. 33), schaden würde. Um sich hiergegen zu schützen, sagt er unmittelbar darauf: Zu solcher Sühnung bedürfe es keiner äusseren Handlung, sondern cder Zweek wird auf gleiche Weise erreicht (xovxo c6h opoimg ytvotz' av Z. 482), wenn man sich die schreckliche Grösse cseiner Sünde vor Augen stellt und, mit Empedokles' Worten, sich ceher gestorben wünscht, bevor man die entsetzliche Kost über die cLippen gebracht. Denn die schmerzliche Empfindung über die begangene Sünde ist ein Zeichen, dass man für das vorhandene cUebel Heilung sucht;3 neben dem Schuldbekenntniss sind also die Sühngebräuche entbehrlich. — Zu beiden Seiten werden von diesen innerlich zusammenhängenden porphyrischen Sätzen über Befleckung und Sühne ein Paar Zeilen anderen Gedankeninhalts eingeschlossen, die dem Theophrastos beizulegen ebenso unmöglich ist; sie besagen: cwenn auch zu nichts Anderem, so wäre die Enthaltung von animaclischer Nahrung doch allgemein nützlich zur Beförderung der 'Friedfertigkeit unter den Menschen; denn wessen Empfindung ihn cschon abgeneigt macht, an nicht stammesverwandten Geschöpfen 1(aXXotpvlmv £«wi> Z. 478) sieh zu vergreifen, dessen Vernunft wird cdoch offenbar gegen stammesverwandte sich nicht vergehen/ Selbst wenn Theophrastos innerhalb der oben (S. 97) von ihm behaupteten gegenseitigen Angehörigkeit aller lebendigen Wesen noch den hier gemachten Unterschied zwischen stamraesverwandten und nicht verwandten zugelassen hätte, konnte er doch zu einer solchen Empfehlung des Thierschutzes als einer Vorschule der Milde gegen Menschen durchaus keinen Anlass haben, da er dadurch seine Theorie nicht stützen, sondern schwächen würde. Er hatte die Tödtung der zahmen Thiere schlechthin für ein Unrecht (äSixov S. 81, Z. 301) erklärt, und das Thieropfer, eben deshalb weil es zu einer ungerechten Handlung führt, heftig bekämpft

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