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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1866-01-01 · 1866 · page 124

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1866
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 124)
Language
German
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IRI
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122' iMpoiienspriing des Dipolienopfers. Als Porphyrien oben (S. 59, Z. 99) aus opfer' nichttheophrastischer Quelle unter anderen attischen Opferlegenden auch die auf dieses hochheilige Fest des Zeus bezügliche mit seinen theophrastischen Excerpten verwebte, muss er noch nicht gewusst haben, dass die weitere Ausbeutung der theophrastischen Schrift ihn zur Mittheilung einer mannigfach abweichenden Sage veranlassen werde. Bei der auch unachtsamen Lesern nothwendig auffallenden Verschiedenheit, dass der Träger der Hauptrolle in dem ritualen Drama oben (S. 59, Z. 99) Diomos hiess, von Theophrastos aber Sopatros genannt wird, hilft sich nun Porphyrios so schlau oder so plump wie es in der Eile ging-, da wo Theophrastos zum ersten Mal seinen Sopatros auftreten lässt, schreibt Porphyrios den früheren Namen als Variante hinzu: Jio^iov y StomxrQov ziva (Z. 426), ohne zu bedenken, wie arg ein solches Schwanken, wenn es von Theophrastos herrührte, gegen die oberste Regel guten Erzählens, gegen die zuversichtliche Bestimmtheit Verstössen würde, mit welcher denn auch Theophrastos, eben weil er ein guter Erzähler ist, alle anderen noch so geringfügigen Nebenumstände der Sage vorträgt. Bei den übrigen Abweichungen ausser dieser onomatologischen scheint Porphyrios auf die Schutzgottheit der Compilatoren, das kurze Gedächtniss des gewöhnlichen Lesers, vertraut zu haben. Wer jedoch die frühere Version sich gegenwärtig erhalten hat oder durch abermaliges Lesen vergegenwärtigt, nimmt alsbald Widersprüche wahr, die, obwohl äusserlich nicht so grell, viel gewichtiger sind als der Namenswechsel. Oben (S. 59, Z. 99) war Diomos, bereits als er den Stier tödtete, Priester des stadtschirmenden Zeus, also ein vollbürtiger athenischer Bürger-, ja, schon der Name Diomos erinnert an den Stammheros des Gaues Diomeia in der ägeischen Phyle. Nach Theophrastos' Erzählung ist hingegen der Stiertödter nicht blos Privatmann mit dem färb-, losen Namen Sopatros, sondern Ausländer (%$ ysv&i ovx syxüiQior Z. 427); wegen des Stiermordes geht er in freiwillige Verbannung nach Kreta (Z. 435); das Vaterland des Epimenides erscheint in allen älteren Sagen40) als der Ursitz, von welchem aus die Ceremonien der Mordsühne sich über Griechenland verbreiten; in Kreta sucht den Sopatros, welchen das delphische Orakel als Retter aus der inzwischen über Attika hereingebrochenen Noth bezeichnet hatte, eine Gesandtschaft der athenischen Gemeinde auf; von dieser

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