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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1866-01-01 · 1866 · page 123

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1866
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 123)
Language
German
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121 wesentlich ist, in deren Erörterung die diätetische nur nebensächlich hin einspielt. In dem langen Verlauf der bisher überblickten Excerpte ist auch dieses Verhältniss überall gewahrt. Während das Thieropfer auf das Nachdrücklichste von theoretischer Seite her bekämpft und seine praktische Abstellung eifrig empfohlen wird, hat Theophrastos zwar Vorliebe für vegetabilische Kost blicken lassen, und seine Ansicht, dass die Tödtung zahmer Thiere ein Unrecht sei (s. oben S. 81), würde bei folgerichtiger Durchführung die meisten geniessbaren Thiere dem Genüsse entziehen-, jedoch eine ausdrückliche Untersagung der animalischen Kost ist uns bisher nicht begegnet und auch keine so umfassende Begründung ihrer allgemeinen Verwerflichkeit, dass man nicht stutzen müsste, wenn in dem fraglichen Satzgliede plötzlich das Essen jedweden Thierfleisches ohne Ausnahme dem Essen von Menschenfleisch gleichgestellt und mit gleicher Strenge wie das Thieropfer verboten wird. Dazu kommt in der grammatischen Beziehungslosigkeit von zqq Toiavrijg eine sprachliche Unebenheit, die gleichfalls am leichtesten durch die Annahme erklärt würde, dass Porphyrios das Satzglied einschaltete, weil es ihm mehr um die diätetische als um die Opferfra*ge zu thun war; er hätte sich dann hier, indem er einzelne Worte in die Mitte des fremden Satzes einmengte und das ursprünglich theophrastische ov oder ovöa^iag vor (povm in oms änderte, eine ähnliche Zustutzung seiner Vorlage erlaubt, wie sie ihm bei der Einschiebung der Adjective ayvri xccl xaüaoä in die essäische Speiseordnung urkundlich nachgewiesen werden konnte (s. oben S. 28). In dem hiesigen Falle wird nun freilich der urkundliche Nachweis bis zu der unabsehbaren Wiederauffindung des theophrastischen Originals anstehen müssen; eine für Jedermann unverkennbare Verletzung der äusserlich logischen .Gedankenfolge, durch welche die übrigen porj^hyrischen Zusätze sich verriethen, ist hier trotz der inneren Ungefügigkeit nicht vorhanden; und eine derartige innere Ungefügigkeit kann eben nur empfunden und für die Mitemptindung Gleichgestimmter dargelegt, aber ihre Anerkennung kann den Widerstrebenden nicht durch mathematischen Beweis abgezwungen werden. Geringer noch an Umfang und auf den ersten Blick kenntlich ist ein ferneres pörphyrisches Einschiebsel gleich zu Anfang der bei Theophrastos folgenden ausführlichen Erzählung über den Ur-

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