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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1866-01-01 · 1866 · page 122

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1866
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 122)
Language
German
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120 geopfert.3 Den Ursprung der Verwirrung erklärt auch hier die Annahme, welche schon in einem ähnlichen Falle, (s. oben S. 68) nöthig wurde. Porphyrios hatte in dem Brouillon seiner theophrastischen Excerpte einen eigenen Zusatz den früheren theophrastischen Sätzen (Z. 398) anfügen wollen, welche besagen, dass ursprünglich von den Thier opfern nur gekostet (ysvaaaO-ai Z. 399) worden sei, um den Schein einer Geringschätzung des Opfers zu vermeiden, aus dem ritualen Kosten aber das ungescheute Essen der Thiere auch im täglichen Leben sich entwickelt habe. Im Anschluss an diese theophrastische Darstellung und mit stiller Bezugnahme auf Herakleides' und Clodius' höhnische Bemerkung, dass die Pythagoreer, wenn sie opfern, Thiere essen (s. oben S. 13), wollte nun Porphyrios sagen, dass die Pythagoreer über jene ursprüngliche Sitte eines blos ritualen Kostens (ysvad^evoi pövov Z. 418) nie hinausgegangen seien, selbst von Opferfleisch nicht eigentlich gegessen und im gewöhnlichen Leben sogar jede Berührung (a&ixToi Z. 418) des Thierfleisches gemieden hätten, während die nichtpythagoreischen Menschen in dem religiösen Brauch einen Vorschub für ihre Völlerei (ifimnld^svoi Z. 419) fanden, und auch im alltäglichen Leben (naqa thv ßiov Z. 420) zu der maasslosesten und sündhaftesten Thiertödtung fortschritten. In der Gegend von Z. 399 hatte Porphyrios diese tendenziöse Ausführung an den Rand geschrieben, vielleicht sollte sie unmittelbar nach ioig av&Qamoic (Z. 400) eingefügt werden. Der Besorger der Reinschrift verfehlte jedoch die richtige Stelle; und da er in nächster Nähe etwas über den delischen Altar fand und ihm die allbekannte Geschichte, welche den Pythagoras mit diesem Altar in Verbindung bringt (s. oben S. 119 Not.), nicht unbekannt sein mochte, so meinte er mit gewöhnlicher Abschreibergelehrsamkeit und Abschreiberlogik den Zusatz, in welchem von Pythagoreern die Rede ist, füglich dem Bericht über den delischen Altar anschliessen zu dürfen. Nicht mit völlig gleicher Zuversicht darf die Ausscheidung auftreten, durch welche in der nächstfolgenden Zeile (421) das Satz-' glied ovts umiov 'lotg dvd-qomoig eye roiavT^g zgocpijg wg ovds ecov Uiwv trmjlißT&n' als untheophrastisch bezeichnet und unübersetzt gelassen wurde. Sie beruht auf der Erwägung, dass für Theophrastos' die Frömmigkeit behandelndes Buch die Opferfrage allein

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